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Interview : Jeden Tag ein peinliches Erlebnis

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ralph Caspers über Neugier, Faulheit und nasse Hosen

svz.de von
erstellt am 11.Mai.2014 | 22:00 Uhr

Einmal einen Prominenten interviewen und an einer richtigen Pressekonferenz teilnehmen – für die Zisch-Reporter Fritz Gnilka und Dominik Schwarz, Schüler der Prof. Dr. Friedrich Heincke Schule Hagenow, ging dieser Wunsch in Erfüllung. Die Jung-Journalisten – beide sind Mitglieder im Presseclub ihrer Schule – hatten sich nach einem Aufruf in unserer Zeitung beworben und wurden ausgewählt, den Moderator Ralph Caspers, bekannt aus der „Sendung mit der Maus“ und der Kinder-Wissenssendung „Wissen macht Ah“, zu treffen und ein Interview mit ihm zu führen. Am 28. Juni wird Ralph Caspers das erste Familienfest der Festspiele MV moderieren.

Fritz: Warum ist es wichtig, neugierig zu sein?
Ralph Caspers: Ich glaube, wenn wir nicht neugierig wären, wäre die Menschheit nicht da, wo sie jetzt ist. Dann würden wir wahrscheinlich immer noch im Ozean rumschwimmen als Fische. Naja gut, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber ich glaube schon, dass Neugier und Faulheit die beiden Motoren sind, die alle möglichen Entwicklungen antreiben. Neugier um rauszufinden, wie was funktioniert, und Faulheit um rauszufinden, wie man sich weniger Arbeit macht, für die ganzen Sachen, die man erledigen muss.
Dominik: Wie kamen Sie dazu, Moderator zu werden?
Ich war zufälligerweise auf einem Video drauf und dieses Video hat ein Mann bei Super RTL gesehen, der da fürs Programm zuständig war. Und der meinte: „Dieser Ralph, der wäre doch perfekt geeignet für das Tiermagazin, das wir machen wollen“ – so kam das, das war echt Zufall. Das heißt, ich habe bei Super RTL angefangen und bin von da aus weiter zum WDR.
Fritz: Warum machen Sie Sendungen für Kinder?
Eigentlich mache ich Sendungen, die ich gerne sehen würde. Und es ist eigentlich nur ein Zufall, dass es jetzt gerade eben auch im Kinderprogramm läuft. Ich mache ja auch Sendungen, die abends für Erwachsene laufen. Die sind auch so, wie ich es halt gerne sehen würde.
Dominik: Was war Ihre erfolgreichste Sendung?
Was die meisten Leute kennen, sind wahrscheinlich „Wissen macht Ah“ und die „Sendung mit der Maus“. Das ist wahrscheinlich das, was die meisten Leute mit mir in Verbindung bringen. Das sind auch die, die am längsten laufen: Die Maus läuft jetzt schon seit 43 Jahren, die ist also älter als ich. Und „Wissen macht Ah“ läuft seit 13 Jahren, die ist fast so alt wie ich (lacht).
Fritz: Was war Ihre Lieblingsfolge bei „Wissen macht Ah“?
Das kann ich nicht beantworten. Das ist, als ob man Eltern fragt, welches ihr Lieblingskind ist. Und wenn die dann sagen, welches ihr Lieblingskind ist, dann sind alle anderen Kinder beleidigt. Und wenn ich jetzt sage: Meine Lieblingssendung war die, wo ich dicke Hamsterbacken hatte, da wären alle anderen Folgen beleidigt. Ich find' sie alle gut. Jede Folge hat ihre Besonderheit.
Dominik: Was war Ihr peinlichstes Erlebnis?
Mein peinlichstes Erlebnis... das ist schwierig, weil ich jeden Tag peinliche Erlebnisse habe. Da muss ich wirklich überlegen...
Fritz: Wie wäre es denn mit dem peinlichsten Erlebnis von letzter Woche?
Ich bin mit einer Wildwasserbahn gefahren und alle haben gesehen, dass ich vorher viel getrunken habe. Als ich aus der Wildwasserbahn rausstieg, war meine ganze Hose nass, genau in dem Bereich, der nicht nass sein sollte, wenn man regelmäßig auf Toilette geht. Und jeder dachte: „Oh nein, Du hast in die Hose gemacht, das ist aber unangenehm.“ Dabei war es nur diese Wildwasserbahn, die so blöd gespritzt hat, dass alles auf die Hose kam. Und das war mein Erlebnis letzte Woche, wo ich ein bisschen peinlich berührt war. Aber es härtet auch ab, wenn man jeden Tag ein peinliches Erlebnis hat, dann ist plötzlich gar nicht mehr so viel peinlich.
Fritz: Sie haben ja zwei Kinder.
Lass mal zählen: Eins... zwei... drei. Ich komm auf drei.
Fritz: Na gut, drei. Wie findet es Ihre Familie, dass Sie so oft verreisen?
Ich verreise nicht oft. Ich verreise eigentlich immer nur einmal im Jahr. Wenn die Maus Geburtstag hat, dann fahren wir oft in ein fremdes Land und gucken, wie da eine normale Familie lebt. Das sind dann immer so zehn Tage, die ich weg bin, das hält sich im Rahmen.
Dominik: Letzte Frage: Wenn Sie einen Lottogewinn über drei Millionen Euro hätten – was würden Sie damit tun?
Drei? Kanns nicht ein bisschen mehr sein?
Fritz: Elf Millionen?
Dreißig Millionen, ok? Als, ich würde erstmal bestimmt fünf Millionen einfach spenden an irgendwelche Vereine, Organisationen und sowas, das fänd ich total cool. Ich würde der Stadt Köln, wo ich wohne, und auch vielen anderen in ganz Deutschland Geld spenden und gucken, dass die ihre Sachen, die die so machen, weitermachen können. Dann würde ich mir einen großen Teil zurücklegen als Geld, das man hat, damit man anderen Leuten sagen kann: Ich arbeite nicht mehr für Dich, ich hab genügend Geld zurückgelegt. Das hilft, ein gewisses Maß an Glaubwürdigkeit zu behalten, weil man sich nicht verbiegen muss. Man weiß einfach: Ich muss das nicht machen, ich hab meinen Lotto-Gewinn und kann damit ein paar Jahre über die Runden kommen. Dann würde ich meiner Familie ein bisschen Geld schenken, damit die sich auch keine Gedanken mehr machen müssen. Und dann würde ich irgendwo an einer schroffen Küste ein kleines Schloss kaufen und ich würde alle Treppen so ausstatten, dass man die Stufen einklappen kann, so dass aus der Treppe eine Rutsche wird. Sprich: Nach oben kann man normal laufen, wenn man runter will, kann man rutschen. Und ich würde mir auch in den größten Saal, den es gibt, ein Indoor-Klettergerüst stellen. Ja, ich würde viel Geld für Unsinn ausgeben. Interessanterweise kann ich nicht sagen: Mit meinem Lottogewinn würde ich endlich mal das machen, was ich immer schon machen wollte – denn das mache ich schon längst.
Fritz und Dominik: Vielen Dank für das Interview!

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