zur Navigation springen

Pressezensur und Polizeibestechung

vom

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2013 | 11:02 Uhr

Ihr Ziel war es, Akronia zu neuer Wirtschaftskraft zu verhelfen, die Jugend in Arbeit zu bringen und den Alkoholismus einzudämmen. Doch stattdessen hat die Regierungspartei, die AZP, das Land in eine gefährliche Diktatur geführt: Die Landeszentrale für politische Bildung MV und die Beauftragte des Landes von MV für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes waren gestern an der Nordlicht-Schule in Lichtenhagen zu Gast, um den Schülern mit einem Planspiel zu zeigen, wie schnell eine Demokratie in eine Diktatur umschlagen kann. Der Sozialkundeunterricht ganz ohne Notizen und Vorträge zeigte Wirkung und brachte einige Schüler zum Nachdenken.

Regierungschef Erik bestimmt ganz alleinAls Spielleiter waren Nina Ramit und Carsten Socke von der Landeszentrale für politische Bildung MV vor Ort. Sie ließen den Schülern zunächst alle Freiheiten, um später mit ihnen darüber zu diskutieren, was womöglich alles falsch gelaufen ist. „Die Jugendlichen lernen sich in dem Planspiel in einer ganz neuen Situation kennen“, sagt Socke. So rissen Erik und Tobias als Parteimitglieder von Anfang an die Macht an sich, erließen gemeinsam strenge Gesetze und erhöhten die Steuern im Land auf 30 Prozent. Auch vor der Bestechung von Polizei und Presse machten die beiden keinen Halt. Sie beauftragten den Polizeichef am Ende sogar damit, die anderen Bevölkerungsgruppen auszuhorchen und möglichst viel Geld einzutreiben. Einige Schüler versuchten sich noch gegen das Regime zu wehren – doch ohne Erfolg. Das System war bereits zu stark und ließ keine Eingriffe von außen mehr zu.

Das Planspiel „Diktatur“ ist völlig offen gestaltet. Die Schüler sind selbst dafür verantwortlich, ob sie eine Demokratie ausbilden oder eine Diktatur zulassen. Ausgangspunkt des Spiels ist die Vorstellung eines ehemals wirtschaftsstarken Landes Akronia. Vor zehn Jahren folgte in dem fiktiven Land der Einbruch der Wirtschaft, weil die Leute sich auf ihrem Geld ausruhten.
Teilnehmer fühlen sich perfekt in ihre Rollen einMit der Staatspleite kamen die Probleme: Alkohol und Drogen sind allgegenwärtig, immer mehr Menschen wandern aus und Wohnungen fehlen. Mit der AZP gründet sich eine Partei, die verspricht, dem Land zu seiner alten Stärke zu verhelfen.
Je länger das Planspiel dauerte, umso intensiver fühlten sich die Schüler in ihre Rollen ein. Damit auf dem Schulhof die Konflikte nicht weiter ausgetragen werden, machte Socke deutlich: „Es ist ein Spiel, das außerhalb des Klassenraums vorbei ist.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen