ZiSch : Mit dem Körper sprechen

Bewegungen bewusst ausführen: In dem Kurs von Sanja Krsmanovic Tasic lernen Theaterpädagogen und Schüler, wie sie auf andere wirken.
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Bewegungen bewusst ausführen: In dem Kurs von Sanja Krsmanovic Tasic lernen Theaterpädagogen und Schüler, wie sie auf andere wirken.

Bühne frei für Nachwuchs-Schauspieler: Programm „Kultur macht stark“ organisiert 19. Schultheatertage

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06. November 2014, 18:38 Uhr

Sanja Krsmanovic Tasic schlägt mit ihrer flachen Hand auf eine kleine Trommel. Der Takt ist mal langsam, mal schnell. Sie beobachtet. Vor ihr bewegen sich etwa 20 Jugendliche und junge Erwachsene quer durch den Raum. Sie hören genau auf den vorgegebenen Rhythmus. Dann stoppt das Trommeln und alle sinken zu Boden – außer Sanja Krsmanovic Tasic.

Die Schauspielerin, Choreografin und Theaterpädagogin hat am Dienstag im Volkstheater einen Workshop zum Thema „Die Erinnerung des Körpers“ gegeben. Anlass waren die diesjährigen 19. Schultheatertage, die zum ersten Mal von dem Bündnis „Kultur macht stark“ unterstützt wurden. Eine von Krsmanovic Tasics Übungen beschäftigt sich mit dem Trommel-Training. „Die Teilnehmer müssen darauf achten, ihre Bewegungen bewusst auszuführen“, so die 51-Jährige. Krsmanovic Tasic wird regelmäßig als Theaterpädagogin gebucht, um Kindern und Jugendlichen zu helfen, ihren Körper besser wahrnehmen zu können. „Schon die Kindheitsforscherin Alice Miller sagte, dass der Körper niemals lügt. Worte können Unwahrheiten bedeuten, aber der Körper spricht seine eigene Sprache“, erläutert Krsmanovic Tasic. „Was drückt der Körper aus? Und welche Geschichte erzählen wir mit unseren Bewegungen? Darüber sollen meine Workshop-Teilnehmer nachdenken“, fügt sie hinzu.

Sanja Krsmanovic Tasic war erst zwei Mal in Rostock. Zuletzt stattete sie der Hansestadt im Jahr 2009 einen Besuch ab. Damals begleitete sie eine Konferenz, bei der es um pädagogische Konzepte für behinderte Kinder ging. „Man kann viel von Sanja lernen. Sie hat uns gezeigt, wie wir uns selber motivieren können“, sagt Lea Rißmann. Die Schülerin geht in die 10. Klasse des Innerstädtischen Gymnasiums (ISG) und besucht dort die Theatergruppe. „Die Bühne verschafft einem Selbstbewusstsein“, erklärt sie. „Das ist genau das, was wir mit der Theatergruppe erreichen wollen. Die Schüler bekommen ein Gefühl für sich selbst, aber auch für andere. Toleranz und gegenseitiger Respekt sind dabei zwei wertvolle Grundsätze“, betont Marco Geisler, Theaterpädagoge am ISG. „Die Bühne ist ein geschützter Raum. Da lacht niemand über den anderen.“

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