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Eine wunderbare Freundschaft

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Hörgeschädigte der Klasse 8a des Landesförderzentrums für den Förderschwerpunkt „Hören“ MV besuchen Partnerklasse in Frankenthal

Gerade für hörgeschädigte Schüler ist die Förderung der Kommunikation das A und O. Es begann alles vor zwei Jahren mit der Bitte des Pfalzinstituts für Hören und Kommunikation in Frankenthal, mit einer Klasse aus dem Landesförderzentrum für den Förderschwerpunkt „Hören“ MV (LFZ) in Güstrow eine Brieffreundschaft einzugehen. Gesagt, getan, bekamen die Schüler Cindy Schulz, Carolin Bohlmann, Pauline Lemke, Bastian Kullberg, Vincent Babke und Anna-Lena Kolbow liebevoll geschriebene Briefe, in denen sich die Frankenthaler Schüler vorstellten. Nun ist es ja meistens so, dass Briefpartner sich auch mal live kennen lernen möchten. So besuchte die Schulklasse aus Frankenthal bereits Güstrow. Jetzt reisten die Güstrower zu ihren Freunden in die Pfalz.


Toller Besuch bei Freunden


Mittlerweile in der 8. Klasse gehören jetzt auch Justus Lötsch, Sophia Bergholz und Sophie Mietz zur 8a. Da eine weite Reise bevorstand, beschloss die Klasse, bis nach Stuttgart zu fliegen und dann weiter mit dem Zug nach Frankenthal zu fahren. Auch das war schon wieder super aufregend – ein „fliegendes Klassenzimmer“. Am 4. Mai ging es für eine Woche in die Pfalz. Das Gastgeschenk, ein Notenständer für die Schülerband, liebevoll verpackt und das Paket kunstvoll gestaltet, war schon vorausgeschickt worden. Was wir da unten erlebten, übertraf all unsere Erwartungen. Mit welcher Herzlichkeit und Freundlichkeit wir empfangen und begrüßt wurden, war schon ein Erlebnis.

Am ersten Tag stellte noch einmal jeder Schüler aus Güstrow seinen Briefpartner aus Frankenthal den anderen vor. Die Situation war zunächst etwas neu. Beide Seiten gingen langsam auf Tuchfühlung. Doch dann ging alles schnell. Die Schüler dort stellten ihre Schule, das Internat, den Frühförderbereich, die Berufsausbildung und vieles mehr vor. Wir lauschten gespannt und stellten fest, welche Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten es gibt.

Die Schüler dort hatten sich wirklich ein tolles informatives Programm für ihre Gäste ausgedacht. Das begann mit einem Minikonzert der Schülerband. Und das alles mit hochgradig hörgeschädigten Schülern. Es gab einen Riesenapplaus. Darauf folgte eine Stadtführung durch das beschauliche Städtchen Frankenthal. Am Dienstag ging es nach Speyer in die Kurpfalz. Dort erwartete die Schüler ein abenteuerlicher Vormittag im Kletterpark. Hier bildeten die Briefpartner miteinander Teams, in denen sie aufeinander angewiesen waren und miteinander kommunizieren mussten. Am Nachmittag besichtigten alle den wunderschönen und noch gut erhaltenen Dom zu Speyer. Am Abend dieses erlebnisreichen Tages bereiteten wir uns unser Abendessen im Internat selbst. Eine kleine Panne, bei der Feueralarm ausgelöst wurde, sorgte für etwas Aufregung. Aber es ist nichts Schlimmes passiert und am Ende wurden alle satt.

Am Mittwoch war ein Ausflug in die Universitätsstadt Heidelberg geplant. Dabei durfte ein Aufstieg zum Heidelberger Schloss mit seinen sagenhaften Geschichten nicht fehlen und natürlich kamen diejenigen, die gerne shoppen gehen, in der längsten Einkaufsmeile Europas nicht zu kurz.

Am Donnerstag, leider schon dem letzten Tag unseres wundervollen Aufenthaltes bei unseren Freunden, ging es mit dem Bus in einen nahe gelegenen Ort zum Fußballgolfspielen. Auch hier war wieder Betätigung im Team angesagt. Je besser die Teampartner zusammenarbeiteten, je besser das Ergebnis. Aber das war am Ende gar nicht der ausschlaggebende Teil. Hauptsache, es hat allen Spaß gemacht und alle haben sich wieder ein bisschen besser kennengelernt und auf den Partner verlassen können. Am Abend starteten die Schüler die heiß ersehnte Abschlussdisco.

Dieser Austausch war eine gelungene Sache. Wir Güstrower möchte uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen, die uns diesen Besuch ermöglichten und zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht haben, bedanken.


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