Ein Traumberuf unter freiem Himmel

<strong>Schornsteinfeger Matthias Schulz</strong> bringt in Warnemünde Glück. <foto>georg scharnweber</foto>
Schornsteinfeger Matthias Schulz bringt in Warnemünde Glück. georg scharnweber

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27. Juni 2012, 06:31 Uhr

Rostock | Es gibt ungefähr 20 000 Schornsteinfeger und 8400 Betriebe in Deutschland. Ein Geselle in den ersten zwei Jahren verdient ungefähr 2600 Euro brutto im Monat. Die Ausbildung in diesem Handwerk dauert drei Jahre. Wer eine duale Ausbildung zum Schornsteinfeger absolviert, lernt überwiegend im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Ausbildungsbetriebe sind Handwerksbetriebe des Schornsteinfegergewerbes. Für diese sind die Auszubildenden zusammen mit ihrem Team überwiegend im Freien tätig. Unter Anleitung ihres Ausbilders und erfahrener Kollegen müssen sie von Anfang an zupacken: Sie kehren und reinigen Schornsteine, Feuerstätten und Lüftungsanlagen. Oft arbeiten sie unter freiem Himmel. An wechselnde Witterungsbedingungen wie Regen, Kälte und sommerliche Hitze müssen sich die Auszubildenden ebenso gewöhnen wie an die Zugluft auf den Dächern. Außerdem kommen sie mit säure-, öl- und teerhaltigen Verbrennungsrückständen in Kontakt und setzen sich Staub, Gasen und Rauch aus.

Als zukünftiger Schornsteinfeger sind vielfältige Arbeiten zu erledigen, bei denen nicht nur Muskelkraft gefragt ist, sondern auch Konzentration erforderlich ist. Nur so können Arbeitsaufträge ausgeführt und Unfälle vermieden werden. Zudem tragen die Auszubildenden Schutzkleidung: Schutzhelm, Schutzbrille, Arbeitshandschuhe, Sicherheitsschuhe, Sicherheitsgurt sowie Atemschutzmasken gegen Staub und Ruß sind etwa bei dem Reinigen von Schornsteinen unerlässlich. Der Unterricht in der Berufsschule findet ein- bis zweimal pro Woche statt. Erfolgt er in Blockform, wird der Unterrichtsstoff eines Jahres in Blöcken von beispielsweise drei oder vier Wochen vermittelt. Findet der Blockunterricht nicht am Wohnort statt, sind die Auszubildenden während dieser Zeit zum Beispiel in einem Internat untergebracht und dadurch von Familie und Freunden getrennt. Während der gesamten Ausbildung müssen die zukünftigen Schornsteinfeger regelmäßig Leistungsnachweise erbringen und hierfür in ihrer Freizeit lernen. In der Berufsschule werden beispielsweise Klassenarbeiten oder Tests geschrieben. Auch für die Prüfungsvorbereitung auf die Zwischen- und Gesellenprüfung müssen die Auszubildenden Zeit einplanen.

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