zur Navigation springen
Junge Zeitung

20. Oktober 2017 | 13:00 Uhr

Wo die Wildbienen wohnen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Masken- oder Blattschneiderbienen leben anders als normale Honigbienen / Sie sind aber nicht gefährlich

Wie sieht eine Biene aus? Blöde Frage! Gelb-schwarz gestreift natürlich, mit einem hellen Pelz... Ganz so blöd ist die Frage aber nicht, denn so sieht nur die bekannteste aller Bienen aus: die Honigbiene.

„In Deutschland gibt es aber noch viel mehr Bienenarten. Die Honigbiene ist nur eine von über 500“, sagt die Fachfrau Beate Rutkowski. Sie engagiert sich für Naturschutz und kennt sich gut mit Wildbienen aus. Manche von ihnen haben lustige Namen: Mauerbiene, Maskenbiene, Blattschneiderbiene, Furchenbiene oder Schenkelbiene.

Besonders wild sind sie übrigens nicht, auch wenn sie Wildbienen heißen. „Vor Wildbienen brauchen Menschen keine Angst zu haben“, sagt die Expertin. Sie haben zwar einen Giftstachel. Doch mit dem könnten viele noch nicht mal in unsere Haut piksen.

Wild sind sie nur, weil sie nicht so leben wie etwa Honigbienen. Sie legen ihre Eier nicht in einem Bienenstock. „Stattdessen nisten sie in der Natur“, sagt die Expertin. Zum Beispiel in den Resten toter Bäume, in Haufen aus Ästen, löcherigen Steinen oder in Gängen in der Erde. Im Garten sind Wildbienen sehr nützlich. Sie bestäuben Obstbäume und sorgen etwa dafür, dass Apfelbäume viele Äpfel tragen.

„Leider finden Wildbienen in Gärten heute oft keinen Lebensraum mehr“, sagt die Expertin. Die Insekten brauchen nämlich sonnige Wiesen mit vielen verschiedenen Blumen. Doch oft wachsen in Gärten nur wenige verschiedene Pflanzen. Und grüner Rasen, ganz ohne Wildblumen.

Auch mit Plätzen zum Nisten sieht es nicht gut aus. Tote Bäume werden entfernt und alte Äste weggebracht. Das sieht zwar ordentlich aus. Für Wildbienen ist so ein Garten aber wie eine Wüste. Sie können dort nicht leben. „Viele Wildbienenarten sind deshalb selten geworden und gehören zu den bedrohten Arten“, sagt Beate Rutkowski.

Dabei ist es gar nicht so schwierig, den Wildbienen zu helfen. Wer einen Balkon hat, kann dort zum Beispiel Wildblumen anpflanzen. Dort kann man dann auch Wildbienen beobachten. Und merkt schnell: Nicht alle Bienen sind gelb-schwarz gestreift.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen