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Junge Zeitung

21. November 2017 | 15:13 Uhr

Hobby : „Wir machen Zirkus“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auftreten in der Manege, so ein Hobby hat nicht jeder – Jule, Finn, Gustav und Carlotta schon

Kopfüber hängt Jule über dem Boden. Sie schaukelt dicht unter der Kuppel eines Zirkuszeltes. Dabei hängt sie in einem Tuch und macht Kunststücke. Ihre Beine hat sie so in das Tuch gewickelt, dass sie sich oben hält. Die Übung sieht schön aus – und gefährlich. Vor allem, als Jule plötzlich blitzschnell am Seil nach unten rutscht. Was ist, wenn sie auf den Boden kracht? Zum Glück stoppt Jule kurz über dem Boden ab. Die Zuschauer atmen tief durch, Jule lacht. Das Herunterrutschen war Absicht.

„Unsere Kunststücke sollen spektakulär aussehen“, sagt Jule später. „So dass die Zuschauer den Atem anhalten und glauben, dass das, was wir machen, richtig schwer ist. Aber es ist oft leichter, als es aussieht“, findet Jule.

Jule ist elf Jahre alt und macht bei einem Zirkus in Hamburg mit. Er heißt Circus Mignon. Jule lernt hier Seiltanz. Auch andere Jungen und Mädchen üben in dem Zirkus Kunststücke. Später dürfen sie sie in der Manege zeigen.

Carlotta zum Beispiel ist zehn Jahre alt und übt Stelzenlaufen. Gustav ist genauso alt. Er jongliert und tritt als Clown auf. Der elfjährige Finn klettert an einer hohen Stange, dem chinesischen Mast. „Im normalen Sportunterricht gibt es all diese Dinge gar nicht“, sagt Finn. Auch deshalb macht ihm sein Hobby im Zirkuszelt so viel Spaß. Einmal pro Woche üben die Kinder mit verschiedenen Trainern.

Etwas aufgeregt ist man vor so einer Zirkusshow schon, findet Carlotta. Aber nach mehreren Aufführungen legt sich das Lampenfieber meist. Wenn doch einmal etwas schiefgeht? „Fast allen sind schon einmal peinliche Sachen passiert“, sagt Carlotta. Aber sie und die anderen sind sich einig: Das macht nichts! Oft merken die Zuschauer die Patzer nicht einmal.

Gustav freut sich, dass er im Zirkus endlich den Clown spielen darf, ohne dass sich jemand aufregt. „Ich mache halt gerne so Späßchen“, sagt er. In der Schule bekommt Gustav dafür schon mal Ärger. Aber im Zirkus gibt es Applaus. „Wenn es dann im ganzen Zelt nach Popcorn riecht, und die Leute alle lachen“, sagt Gustav, „dann ist das ein sehr schönes Gefühl.“

Hinweis

Selbst mitmachen

Wusstest du, dass es in vielen deutschen Städten einen Mitmach-Zirkus für Kinder gibt? Jungs und Mädchen dürfen dabei selbst auftreten – eben mitmachen. Sie üben die verschiedensten Kunststücke vorher ein und führen sie vor. Diese Mitmach-Zirkusse heißen zum Beispiel Mignon, Cabuwazi, TriBühne, Zaretti, Zippolino oder Rämmi Dämmi. Welchen Mitmach-Zirkus es in deiner Nähe gibt, findest du bei einer Suche im Internet heraus. Gib den Begriff „Mitmach-Zirkus“ und den Namen deiner Stadt ein. Mal sehen, was dabei herauskommt.

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