Seeräuber : „Wir fürchten den Tod nicht“

Auf Rügen gibt es in diesem Sommer wieder die Störtebeker-Festspiele. Bastian Semm spielt den Freibeuter.
Auf Rügen gibt es in diesem Sommer wieder die Störtebeker-Festspiele. Bastian Semm spielt den Freibeuter.

Das Piratenleben war hart und gefährlich. Am Ende stand oft die Bestrafung durch den Galgen.

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06. August 2015, 23:41 Uhr

Totenkopf und zwei gekreuzte Knochen – so sieht die Piratenflagge seit etwa 300 Jahren aus. „Wir fürchten den Tod nicht“, machten sie damit den anderen Seefahrern klar. Vorher benutzten die Seeräuber nur ein rotes Tuch, das bedeutete: „Wenn ihr nicht tut, was wir wollen, fließt Blut!“

Piraten gab es, seit Menschen das Meer als Handelsweg benutzten. Schon bei den alten Griechen kannte man sie und bezeichnete sie als „Peirates“. Auch unser Wort ist davon abgeleitet.

Manche Menschen wollten damals ihrem Leben in Armut und Ungerechtigkeit entfliehen und wurden deshalb ein Pirat. Andere versuchten auf diese Weise, schnell reich zu werden. Doch das Seeräuberleben war hart und gefährlich und am Ende stand oft die Bestrafung durch den Galgen.

Vom 8. bis 11. Jahrhundert machten Piraten aus dem Norden mit ihren schnellen Schiffen, die Küsten Nordeuropas unsicher. 300 Jahre trieben die Normannen, die man später Wikinger nannte, ihr seeräuberisches Unwesen.

Im 14. Jahrhundert bekamen viele Seeleute ganz offiziell von ihrem König oder dem Staat Kaperbriefe. Das war eine Erlaubnis, feindliche Schiffe zu überfallen und zu berauben. Diese Piraten nannte man Freibeuter. Sie bekamen die Hälfte der Beute und wurden nicht bestraft. Einer der berühmtesten war Klaus Störtebeker. Seine Kumpane nannte man „Vitalienbrüder“. Das kommt von „Viktualien“ und bedeutet Lebensmittel, denn die brachten sie damals in die belagerte Stadt Stockholm. Störtebeker war gefürchtet und hörte einfach nicht auf, Schiffe zu überfallen. So wurde er gefangen genommen und schließlich enthauptet.

Französische Piraten nannte man Korsare. Seeräuber in der Karibik hießen Bukaniere. Diese lebten auf Inseln und starteten von dort aus ihre Raubzüge. Aber, gleichgültig wie sie genannt wurden, alle machten die Seewege für Kaufleute unsicher, die ihre wertvollen Frachten in andere Länder verschifften. Viele Piratenschiffe hatten Kanonen, aber die wichtigsten Waffen waren der Enterhaken, das Entermesser, die Axt und Pistolen.

Das Leben an Bord war hart und eintönig. Die Mannschaft schlief dichtgedrängt unter Deck zwischen Ratten und Dreck. Wurde jemand krank, gab es keine Medikamente und verletzte Arme oder Beine sägte man ohne Narkose ab. Es gab kaum Wasser und die Nahrung bestand aus trockenem Zwieback. Manche nahmen Hühner mit an Bord wegen der Versorgung mit Eiern und Fleisch. Da es auf den Schiffen kein Obst und Gemüse gab, erkrankten sie an Skorbut. Das ist eine gefährliche Krankheit durch Vitaminmangel, die zum Tod führen kann. Auch mussten sich die Piraten meistens mit wenig Beute zufrieden geben. Denn einen großen Silberschatz gab es sehr selten.
Die Strafe für Piraten war fast immer der „Tanz am Hanfstrick“. So nannten die Seeräuber es, wenn man jemanden hängte. Wie gut, dass keiner von uns mehr Pirat sein muss!

Autorin: Silvia Friedrich

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