Technik : Winzige Häuser und Loks

Im Miniaturwunderland in Hamburg gibt es die größte Modelleisenbahn-Ausstellung der Welt.
Im Miniaturwunderland in Hamburg gibt es die größte Modelleisenbahn-Ausstellung der Welt.

Vom Spielzeug zum Modellbau: Beliebtes Hobby erfordert Geduld und Fingerfertigkeit.

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28. Juni 2015, 23:48 Uhr

Eine kleine Lokomotive schnauft durch eine idyllische Landschaft. Winzige Häuser und Bäume säumen die Gleisanlagen. Eine Modelleisenbahn ist ein beliebtes Spielzeug für Groß und Klein. Wenn im verkleinerten Maßstab detailgetreu Eisenbahnen, Autos oder auch Flugzeuge und Schiffe nachgebaut werden, heißt das Modellbau. Die Bastler orientieren sich an den Vorbildern in der großen Welt.

Modellbauer sind kreative, anspruchsvolle Handwerker, die fasziniert sind von der Kombination aus Technik, Geduld und höchster Präzision. Was als ein Hobby fürs Schulkind beginnt, kann eine Lebensaufgabe werden. Dann steht bei vielen Bastlern der „Fahrspaß“ tatsächlich im Hintergrund, und die Modelle gelten immer weniger als Spielzeug, sie haben schon sogar Sammlerwert.

Die Geschichte des Modellbaus begann ganz bescheiden. So tauchte das erste Holzmodell der Lokomotive auf, nachdem die erste deutsche Eisenbahn 1835 von Nürnberg nach Fürth fuhr. Es ähnelte nur grob dem Vorbild der Ludwigseisenbahn. Die Kinder konnten das kleine Fahrzeug an einer Schnur hinter sich herziehen. Weil es ein gefragtes Spielzeug war, machten sich Unternehmer Gedanken, wie die Idee zu verbessern wäre.

Auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1891 stellten die Brüder Eugen und Carl Märklin, die in Göppingen eine Spielzeugfabrik betrieben, erstmals ein ausbaufähiges System einer Uhrwerks-Eisenbahn, also einer aufziehbaren Lokomotive, mit genormten Schienen vor, an das sich auch andere Hersteller bald anpassten. Allerdings war „die Märklin“ im Gegensatz zum Holzmodell für ärmere Haushalte zunächst unbezahlbar.

Nachdem der deutsche Automobil-Ingenieur Carl Benz 1886 mit seinem Patent-Motorwagen Aufsehen erregt hatte, rollten gegen Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Autos durch die Straßen. Bald kamen auch die ersten Modellautos auf. Einige waren mit Dampfkesseln ausgestattet. Andere hatten eine bewegliche Kurbel, die ein Schwungrad im Inneren des Spielzeugs in Bewegung setzte. Beides sorgte für den Antrieb der Räder und ließen das Auto einige Meter vorwärts rollen. Allerdings ähnelten die Modellautos zunächst nur vage an ihre Vorbilder.

Doch bald entdeckten die Autohersteller die kleinen Modelle als großartiges Werbemittel, und so ließen die ersten Produzenten winzige, nahezu perfekte Kopien ihrer Autos von den Spielwarenherstellern produzieren. So wurde die Modellausauswahl immer umfangreicher. Im Zuge der Massenproduktion wurden die Spielzeuge auch erschwinglicher.

Während die Kinder damit aber nur spielten, erschufen sich die erwachsenen Modellbauer ihre ganz eigene Eisenbahnwelt mit diversen Schienen, Bahnhöfen, kleinen Berglandschaften mit Tunneln und Brücken.


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