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Junge Zeitung

12. Dezember 2017 | 07:35 Uhr

Politik : Wim ist Bürgermeister

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Neunjährige darf eigene Vorschläge machen: „Was in meiner Stadt passiert, interessiert mich“

svz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 17:01 Uhr

Wim Aalders ist neun Jahre alt und Bürgermeister von Soltau. Also, genau genommen ist er Kinderbürgermeister von Soltau. Einen erwachsenen Bürgermeister hat die Stadt im Norden Deutschlands natürlich auch. Dieser fällt zusammen mit anderen Politikern in der Stadt die Entscheidungen. Aber Wim begleitet ihn manchmal zu Terminen. Dabei sagt er ihm, wenn ihm etwas in der Stadt nicht gefällt.

Doch was macht ein Kinderbürgermeister genau? Wim erzählt: „Ich habe den Jahrmarkt und den Weihnachtsmarkt eröffnet.“ Bei solchen Eröffnungen muss er dann vor vielen Leuten sprechen, zum Beispiel: „Der Weihnachtsmarkt ist eröffnet!“ Meist unterhält sich der erwachsene Bürgermeister dann noch kurz mit ihm, und alle Leute hören, was die beiden sagen.

Eigentlich macht es Wim gar nichts aus, vor anderen Leuten zu sprechen. Aber einmal war er doch verlegen: „In der Schule sollte ich mich als Kinderbürgermeister vorstellen. Da wusste ich erst mal gar nicht, was ich sagen sollte.“

Ansonsten findet Wim es klasse, dass er jetzt häufiger in der Zeitung steht. „Das passiert ja auch nicht alle Tage“, meint er. Er hat auch schon einmal einen Leserbrief geschrieben. Letztens musste er sogar sein erstes Autogramm geben.

Der Neunjährige versucht aber auch, in seiner Stadt Dinge zu verbessern. Das gehöre zu seinen Aufgaben als Kinderbürgermeister, findet er. So ist es auf seinem Schulweg wegen der vielen Autos schwierig, die Straße zu überqueren. Dort, wo er wohnt, steht keine Ampel und es ist kein Zebrastreifen aufgemalt. Darauf hat er den erwachsenen Bürgermeister hingewiesen. Der hat auch überlegt, was sich da machen lässt, aber noch keine Lösung gefunden. Wim findet es trotzdem interessant, dass man als Bürgermeister Dinge verändern kann.

Vielleicht, sagt Wim, wolle er später einmal etwas mit Politik machen. „Die Politik im Fernsehen, mit Angela Merkel, das ist nicht so mein Ding. Aber was hier in meiner Stadt passiert, das interessiert mich.“ Nicht alle Städte in Deutschland haben Kinderbürgermeister. Aber Fachleute freuen sich über jede Stadt, in der Kinder mitreden dürfen.

Eine Expertin findet: „Kinder kommen oft auf richtig gute Ideen. Darum ist es wichtig, sie zu fragen. Besonders, wenn es um Spielplätze oder Schulwege geht.“

Deine Stadt hat noch keinen Kinderbürgermeister? Dann geh doch mal selbst zum erwachsenen Bürgermeister. Schlage ihm vor, einen Kinderbürgermeister wählen zu lassen. Alle Kinder deiner Stadt könnten sich an der Wahl beteiligen. Vielleicht macht er mit!

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