Berufe : Wie sah es hier wohl aus?

Carsten Sobik hat einen besonderen, aber auch schwierigen Beruf.
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Carsten Sobik hat einen besonderen, aber auch schwierigen Beruf.

Carsten Sobik richtet im Museum uralte Häuser so wie früher ein. Woher weiß er, wie es damals darin aussah?

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21. Juli 2014, 18:13 Uhr

Vor 100 Jahren lebten die Menschen anders als heute: Kinder in ärmeren Familien schliefen zum Beispiel oft zusammen in nur einem Bett. Weil es in vielen Häusern kein Klo im Haus gab, mussten die Leute nachts in einen Nachttopf machen. Der wurde dann später ausgeleert. Kinder, die auf dem Land aufwuchsen, hatten so gut wie kein Spielzeug. „Sie haben zum Beispiel mit Steinen gespielt“, erklärt Carsten Sobik. Er arbeitet im Freilichtmuseum Hessenpark. In diesem Museum stehen auf einem großen Gelände viele alte Häuser. Die Besucher sollen erfahren, wie man früher lebte.

Eine Aufgabe von Carsten Sobik ist es, die Häuser so wie früher einzurichten. Doch woher weiß er, wie es darin zum Beispiel vor 100 Jahren aussah? „Gut ist es natürlich, wenn wir Fotos kriegen“, sagt er. „Und am meisten freue ich mich, wenn es die Originalmöbel noch gibt.“ Aber das ist natürlich sehr selten. Denn früher hatten nur wenige Menschen Fotoapparate – und die alten Möbel sind oft auf dem Müll gelandet. Mit einem Haus hat Carsten Sobik Glück gehabt. In dem Haus hatte vor etwa 90 Jahren ein Bergmann mit seiner Familie gelebt. Als das alte Haus im Freilichtmuseum wieder aufgebaut wurde, lebten noch Menschen, die sich an die alte Einrichtung erinnerten. Zwar wussten die Leute nicht mehr alles, aber immerhin etwas – den Rest musste sich Carsten Sobik selbst ausdenken. „Ich habe mich gefragt, was damals für eine Arbeiterfamilie auf dem Land typisch war“, erklärt er.

Viele Menschen waren damals arm – das weiß der Fachmann, weil er Volkskunde studiert hat. Bei dem Studium hat er viel darüber gelernt, wie Menschen früher lebten. Außerdem liest Carsten Sobik in Fällen wie mit dem Haus des Bergmannes in vielen Büchern. Sie stapeln sich in seinem Büro in den Regalen. Darunter sind auch uralte Kataloge von Versandhäusern. Auch schaut er im Computer nach, was es im Archiv des Freilichtmuseums aus dieser Zeit so alles gibt. Mit diesen Sachen richtet er das Haus dann ein. Im Archiv sind fast 200 000 alte Sachen gelagert. Dabei sind auch Spielzeuge wie Schaukelpferde, Puppenhäuser und Puzzles. Damit kann Carsten Sobik noch so manches Haus ausstatten.

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