Tiere : Wenn Papa was ausbrütet

Ein großes und ein kleines Seepferdchen schwimmen gemeinsam. Fotos: SEA LIFE Deutschland
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Ein großes und ein kleines Seepferdchen schwimmen gemeinsam. Fotos: SEA LIFE Deutschland

Seepferdchen sehen lustig aus / Bei ihnen ist einiges anders als bei anderen Fischen – vor allem, wenn sie Nachwuchs bekommen

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07. Februar 2014, 15:56 Uhr

Im Kinderzimmer ist viel los. Kein Wunder, denn in dem runden Aquarium schwimmen unzählige Mini-Seepferdchen herum. Sie sind kleiner als ein kleiner Finger, braunschwarz, und lassen sich mit der Strömung langsam im Kreis treiben. Die kleinen Seepferdchen sind erst vor Kurzem auf die Welt gekommen.

Ihre Geburt ist in der Tierwelt etwas ganz Besonderes. Bei den Seepferdchen trägt nämlich das Männchen die Seepferdchen-Babys in der Bruttasche mit sich herum. Das gibt es in der Natur nicht so oft.

„Auch deshalb sind Seepferdchen so außergewöhnliche Tiere“, sagt Jens Bohn. Er arbeitet in einem großen Aquarium in der Stadt München und kennt sich mit Seepferdchen gut aus.

Bei den Seepferdchen ist es ein bisschen so, als wären die Männchen schwanger. Weil Seepferdchen aber Fische sind, heißt es etwas anders. „Man nennt das Brutpflege“, sagt der Fachmann.

„Die Seepferdchen-Männchen haben eine Bruttasche am Bauch.“ Die Weibchen nicht. Wenn sich ein Seepferdchen-Pärchen gefunden hat, legt das Weibchen winzige Eier in die Bruttasche des Männchens. „Das ist wahrscheinlich nicht so einfach“, sagt Jens Bohn. Das Männchen und das Weibchen müssen sich im Wasser möglichst vorsichtig bewegen, damit die Eier auch wirklich in der Bruttasche landen. Und nicht im Wasser. Dort wären sie verloren.

Das Männchen trägt die Eier dann in seiner Bruttasche aus. Das dauert bei unterschiedlichen Seepferdchen Arten auch verschieden lange. Zwischen zehn Tagen und sechs Wochen. Dann hat der Seepferdchen-Papa einen ganz dicken Bauch. Und bringt irgendwann die Kleinen auf die Welt. Es kann mehrere Stunden dauern, bis alle geboren sind.

„Wir entdecken die Kleinen dann morgens im Aquarium – manchmal haben uns auch schon Besucher gesagt, dass da so etwas Winziges im Becken herumschwimmt“, erzählt der Experte. Ein Seepferdchen-Paar kann mit einem Schlag mehrere Hundert Kinder bekommen. Sie sind am Anfang kleiner als ein Fingernagel.

Für die Seepferdchen-Papas sind so viele Kinder kein Problem. In der Natur müssen sich die Kleinen von Geburt an um sich selbst kümmern.

Und im Aquarium? Da fischt Jens Bohn die Miniatur-Seepferdchen aus dem Becken. Und lässt sie in einer Art Baby-Becken wieder schwimmen.

Nach wenigen Wochen sind die kleinen Seepferdchen dann fast so groß wie ihre Eltern.

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