Tierwelt : Wenn Feinde Freunde werden

Zoo-Freundschaft 1:  Katze und Bärin
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Zoo-Freundschaft 1: Katze und Bärin

Fuchs und Dachs bilden eine WG, Hund und Katze spielen zusammen, Ziege und Leopard sind unzertrennlich

svz.de von
16. April 2015, 22:54 Uhr

Der Eingang ist eher klein. Es ist ein rundes, dunkles Loch in der Erde. Aber dahinter liegt eine riesige Wohnung. Der Dachs gräbt sich ein unterirdisches Labyrinth von vielen langen Tunneln und mehreren Höhlen. Den Bau nutzen der Dachs und seine Familie oft für viele Jahre.

Manchmal aber wohnt nicht nur der Dachs im Bau. Sondern es ziehen noch andere Tiere mit ein. Zum Beispiel der Fuchs. Der hat manchmal keine Lust, sich selbst einen ganzen Bau zu buddeln. „Er bewohnt dann Gänge und Höhlen, die der Dachs nicht nutzt“, sagt der Tierforscher Christof Janko. Der Dachs kümmert sich nicht weiter darum. Denn unter der Erde in dem verzweigten Bau begegnen die Tiere sich nicht.

So eine verrückte Wohngemeinschaft kann es auch zwischen Füchsen und Kaninchen geben. Dabei stehen Kaninchen eigentlich auf dem Speisezettel vom Fuchs. Aber unter bestimmten Bedingungen tut er ihnen nichts. Das gilt aber nur in unmittelbarer Nähe des Baus – wenn überhaupt.

Wie es dazu kommt, ist nicht ganz sicher. Der Wildtier-Experte Andreas Kinser sagt: „Es könnte sein, dass der Fuchs in der Nähe seiner Wohnung keine Beute erlegen will.“ Denn wenn ein Fuchs ein Kaninchen erlegt, hinterlässt das Spuren. Andere Tiere, etwa Feinde des Fuchses, könnten durch solche Jagdspuren auf den Fuchsbau aufmerksam werden.

Es könne auch sein, dass der Fuchs in dem Bau, in dem er seine Welpen großzieht, eine Beißhemmung habe, sagt Andreas Kinser. Das Tier schnappt da lieber nicht zu, auch um seinen Nachwuchs zu schützen.

Einige Fachleute sagen, dass manchmal sogar Füchse und Brandgänse zusammen wohnen. Andere glauben nicht recht daran. Das Ganze ist aber insgesamt noch nicht vollständig erforscht.

Manchmal gibt es im Tierreich auch regelrecht verrückte Freundschaften: In einem Zoo in der deutschen Hauptstadt Berlin gab es zum Beispiel einmal eine Katze, die mit einem Bären zusammenlebte.

In Russland wurde ein Hund zur Ersatzmama für Tigerbabys. In dem Land hatte sich auch in einem Zoo ein junger Leopard mit einer kleinen Ziege angefreundet. Dabei sind Ziegen in der freien Natur eher ein Leckerbissen für Raubkatzen.

Wie es zu so einer Freundschaft kommt, ist nicht sicher. „Es kann sein, dass der Leopard im Zoo die Ziege gar nicht als Beute sieht, so wie er das in der Natur erlernt hätte“, sagt der Experte Andreas Kinser. Im Zoo ist die Raubkatze gewöhnt, gefüttert zu werden – mit Fleischhappen. Wie eine Ziege sieht das Fleisch nicht mehr aus.

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