zur Navigation springen
Junge Zeitung

21. November 2017 | 09:27 Uhr

FestTage : Weihnachten im Januar

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ilyas und Nikolais Eltern und Großeltern gehören zu den Russland-Deutschen. Die beiden Brüder feiern mit den Großeltern zusammen die deutsche Weihnacht. Aber mit ihren Eltern die russische Weihnacht.

Ilyas (10 Jahre alt) und Nikolais (4 Jahre alt) Eltern und Großeltern kommen aus Russland. Sie gehören zu den Russland-Deutschen. Ihre Vorfahren waren vor vielen Jahren aus Deutschland ausgewandert, um in Russland zu arbeiten. Das war so ähnlich wie heute die Migranten in Deutschland aus der Türkei, Polen, Bulgarien, Italien. Deshalb feiern Ilya und Nikolai mit den Großeltern zusammen die deutsche Weihnacht. Aber mit ihren Eltern die russische Weihnacht.

Ilya hat zusammen mit seinem Bruder Nikolai dem Weihnachtsmann einen Brief geschrieben. Er hat sich zu Weihnachten Zauberwürfel und sein Bruder eine Boxbirne und Legosteine mit Batman gewünscht. Sie waren ganz gespannt, ob Väterchen Frost ihre Wünsche erfüllen wird. Väterchen Frost, so heißt der Weihnachtsmann in Russland. Er sieht auch etwas anders aus als der Weihnachtsmann, den wir in Deutschland kennen. Er hat keine Rute. Sein Mantel ist blau, er hat einen langen Stock, mit dem er zaubern kann. Wenn er möchte, so kann er Flüsse und Seen gefrieren lassen und eine schöne Winterlandschaft zaubern.

Ilya und Nikolai haben ihren Weihnachtsbaum geschmückt. Sie haben selbstgebastelte Sterne aufgehängt und Silvester war es soweit. Den beiden Brüdern wurden ihre Wünsche erfüllt. Denn nicht zu Weihnachten gibt es die ersehnten Geschenke, sondern bereits am Jahresanfang und nicht heute am Weihnachtstag. Auch das war nicht immer so. Ganz früher, vor mehreren hundert Jahren feierte man in Russland genauso Weihnachten wie in Deutschland. Allerdings gab es eine Revolution und die neuen Herrscher des Staates haben alle religiösen Feiern im Land verboten. Da aber lang gehegte Traditionen schwer zu verbieten sind, wurde das Fest umgetauscht. So wurde festgelegt, dass die Jahreswende gefeiert werden soll und die Kinder an diesem Tag ihre Geschenke bekommen sollen.

Inzwischen haben sich die Zeiten wieder geändert, religiöse Feiern sind wieder in Russland erlaubt. Aber die Bescherung gibt es immer noch zu Silvester. Und so feiert Ilya mit seinen Eltern heute Weihnachten.

Ist das etwas verworren? Nun, Ilya und sein Bruder Nikolai feiern nicht am 24.12., sondern heute russische Weihnachten. Die russisch orthodoxe Kirche benutzt nämlich noch den Julianischen Kalender und nicht den Gregorianischen, wie die Deutschen. Deshalb ist bei Ilya und Nikolai der Heiligabend erst 13 Tage später.

Sie werden nach der Schule in die Kirche gehen und danach gibt es ein leckeres Essen. Es wird geschnetzeltes Lamm mit Kartoffeln geben. Morgen am ersten Weihnachtstag haben die Eltern sich von der Arbeit Urlaub genommen und Nikolai wurde von der Schule befreit. So, dass die Familie gemeinsam Weihnachten feiern kann. Dann gibt es Süßes. Vielleicht gehen sie sogar wie letztes Jahr an die Tür von Nachbarn und Verwandten und singen ein Weihnachtslied. Denn ähnlich wie an Halloween bekommt man in Russland dann Süßigkeiten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen