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Junge Zeitung

22. November 2017 | 12:27 Uhr

Beruf : Was macht eine Rangerin?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Arbeitsplatz von Uta Drozdowski ist inmitten schöner Natur / Wir haben sie begleitet

svz.de von
erstellt am 06.Okt.2014 | 16:19 Uhr

Es ist früher Morgen. Uta Drozdowski fährt mit einem Geländewagen zu ihrer Arbeit. Sie parkt an einem Schild mit einer Eule darauf. In einigen Bundesländern ist die Eule das Zeichen für ein Naturschutzgebiet. In manchen Bundesländern sieht man statt einer Eule einen Seeadler. „In einem Naturschutzgebiet haben alle Leute bestimmte Regeln zu beachten, um die Natur besonders zu schützen“, sagt Uta Drozdowski. Sie ist Rangerin und achtet unter anderem darauf, dass die Leute diese Regeln einhalten.

In Schutzgebieten darf man zum Beispiel nur auf wenigen Wegen mit dem Auto fahren. Deshalb läuft auch Uta Drozdowski zu Fuß los, hinein in einen Kiefernwald. Sie sagt: „Dieses Jahr wachsen nicht so viele Pilze wie sonst.“ Das hat sie beobachtet. Denn auf ihrem Weg hat Uta Drozdowski vieles im Blick. „Ich achte auf alles, was so rechts und links vom Weg passiert“, berichtet sie. „Ich achte auf Pflanzen, Pilze, Schmetterlinge, Vögel, alle möglichen Amphibien und dass nicht irgendwas herumliegt, was da nicht hingehört.“

Uta Drozdowski arbeitet schon seit 17 Jahren als Rangerin. An diesem Tag fällt ihr auf, dass ein Baum nicht gesund aussieht. Er könnte bald umfallen und dabei jemanden verletzen. Der kranke Baum sollte daher besser gefällt werden, sagt die Rangerin. Das kommt mit auf die Aufgaben-Liste.

Dann ist der Wald zu Ende und vor der Rangerin taucht ein großer See auf. Er heißt Gülper See und liegt in Brandenburg. Das Schutzgebiet gehört zum Naturpark Westhavelland. Weil er so groß ist, arbeiten hier neben Uta Drozdowski noch vier weitere Ranger. Sie besuchen manche Orte immer wieder für Kontrollgänge. Diese sind als besonders schützenswert eingestuft – wie auch der Gülper See. Dort sitzen und watscheln Tausende Vögel am Ufer entlang und schwimmen auf dem See. Uta Drozdowski schaut durch ihr Fernglas. Die Rangerin zählt, wie viele Vögel sie ungefähr sieht, damit sie einen Überblick über die Tiere hat.

Einmal wollten Leute mit einem Boot auf dem See paddeln. Das geht natürlich nicht. In so einem Fall geht Uta Drozdowski zu den Leuten hin und redet mit ihnen. „Der Ranger ist der Mittler zwischen Mensch und Natur“, sagt sie. „Das muss man sich jetzt nicht wie einen Schullehrer vorstellen. Wir sind auch keine Behörde und keine Polizei. Wir erklären, warum etwas richtig oder falsch ist.“

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