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Natur : Warum die Erde Feuer speit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vulkane spucken manchmal Lava aus / Weltweit gibt es etwa 550 tätige Vulkane

Vulcanus nannten die alten Römer ihren Gott des Feuers. Nach ihrer Vorstellung lebte er im Inneren der Erde. War er wütend, schleuderte er Feuer und Steine aus den Bergschloten, glaubten sie. Die Bezeichnung „Vulkan“ ist also lateinischer Herkunft.

Immer wieder richteten Vulkanausbrüche schlimme Verwüstungen an. So wurden im Jahre 79 nach Christus am Golf von Neapel die römischen Städte Pompeji und Herculaneum vernichtet. Die Katastrophe kam so überraschend, dass die Bewohner nicht mehr fliehen konnten. Jahrhundertelang schien der Vesuv, der Berg oberhalb Pompejis, friedlich zu sein. Plötzlich erschütterte ein Beben den Boden, eine ungeheure Explosion sprengte den Berggipfel hinweg und eine Rauchsäule stieg über 20 Kilometer in den Himmel. Steinregen, Gase, Asche, Feuer, Schlammlawinen gingen auf die Menschen nieder und begruben alles unter einer 15 Meter dicken Schicht, die sehr bald steinhart wurde. Innerhalb eines Tages war alles Leben rund um den Berg vernichtet. Erst über tausend Jahre später, im 18. Jahrhundert, entdeckte man die versunkene Stadt und konnte mit den Ausgrabungen beginnen. Da alles luftdicht abgeschlossen war, fand man eine komplette römische Stadt vor, die im Augenblick der Katastrophe erstarrt war.

Um zu verstehen, warum die Erde Feuer speit, muss man sich mit dem Aufbau unseres Planeten befassen. Die Erde ist ähnlich einer runden Frucht, die von einer Schale, der Erdkruste (etwa 40 Kilometer dick), geschützt wird. Beim Apfel befindet sich darunter das Fruchtfleisch. Bei der Erde ist es der Erdmantel, der aus glühendem Gestein (Magma) besteht. Der Erdkern ist aus Metall, über 6700 Grad Celsius heiß und fest. Die Erdoberfläche bilden so genannte tektonische Kontinentalplatten, die sich gegeneinander verschieben, weil sie auf dem heißen Gestein schwimmen. Das Magma darunter brodelt wie in einem Kochtopf und sucht nach einem Weg, an die Erdoberfläche zu gelangen. Oft bricht die Erdkruste dort auf, wo zwei Kontinentalplatten aufeinandertreffen. Die meisten Vulkane liegen daher an Plattengrenzen.

Bei einem Ausbruch wird Magma durch Risse in der Erdkruste an die Oberfläche gedrückt. Wenn es austritt, bezeichnet man es als Lava. Sicher habt ihr schon einmal schwarze Lavasteine gefunden. Vulkane sind unberechenbar. Manchmal rühren sie sich viele hundert Jahre nicht. Forscher sagen dann, dass die Vulkane nur schlafen. So beobachten sie die Berge ganz genau und prüfen durch Messungen, ob sich irgendetwas rührt.

Auch in Deutschland hat es vor 10 000 Jahren noch mächtig in der Vulkaneifel rumort. Das Gebiet wird genau beobachtet, denn in der Erdgeschichte ist das keine lange Zeit. Weltweit gibt es etwa 550 tätige Vulkane. Vulkanausbrüche sind auch nützlich, denn es werden wertvolle Mineralien an die Oberfläche befördert. So ist der Boden rund um einen Vulkan sehr fruchtbar, um Obst und Gemüse anzubauen.


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