Wirtschaft : Waren aus aller Welt

Das Containerschiff „CMA CGM Marco Polo“ liegt im Hamburger Hafen.
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Das Containerschiff „CMA CGM Marco Polo“ liegt im Hamburger Hafen.

Kakao aus Südamerika, Fernseher aus Japan: Die Welthandelsorganisation , kurz WTO, kontrolliert den weltweiten Handel von Gütern.

svz.de von
24. März 2014, 15:50 Uhr

Ganz selbstverständlich ist es für uns, mit Waren aus fremden Ländern zu leben. Die Bananen kommen aus Afrika, Kakao für die Schokoriegel aus Südamerika, der neue Fernseher aus Japan. Rund um die Welt fahren riesige Containerschiffe und bringen die Handelsgüter zu ihrem Bestimmungsort.

Weil nun aber auch in Deutschland zum Beispiel Fernsehgeräte hergestellt werden, muss der deutsche Staat die Hersteller schützen. Er kontrolliert, was ins Land gebracht wird und belegt die eingeführten Waren mit einer Gebühr. Die heißt Zoll. Wer fremde Ware in ein anderes Land bringen will, muss an der Grenze oder im Hafen diese Gebühr entrichten. Zölle sollen damit den heimischen Markt vor der ausländischen Konkurrenz schützen, sie dienen aber auch als Einnahmequelle für den Staat.

Die Regeln für den Handel haben sich mit den Jahrhunderten entwickelt, sie sind immer mehr verfeinert worden. Heute regiert die Welthandelsorganisation WTO (World Trade Organization) über die internationalen Warengeschäfte. Das ist eine mächtige internationale Handelsbehörde, ausgestattet mit weitreichenden Machtbefugnissen.

150 Staaten sind Mitglied in der WTO. Sie wollen die Zusammenarbeit verbessern und mehr Rechtssicherheit im Wirtschaftsverkehr garantieren.

Die WTO nahm 1995 ihre Arbeit auf. Vorher gab es schon das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT). Es war 1947 von 23 Ländern geschlossen, um die damals herrschenden umfangreichen Zölle abzubauen und den Warenaustausch zu erleichtern. Weil der Welthandel inzwischen aber gewaltig gewachsen war, wurde eine neue Organisation notwendig.

Die WTO beaufsichtigt die nationale Handelspolitik. Wenn es zwischen den Mitgliedern zu Streitigkeiten kommt, werden diese vor dem eigens hierfür geschaffenen Schiedsgericht geschlichtet. Der Spruch ist für alle Seiten bindend. Das Schiedsgericht hat bisher über 300 Handelskonflikte beigelegt. Wenn die unterlegene Streitpartei das Urteil der WTO nicht umsetzt, kann die WTO Strafgeld in erheblicher Höhe verhängen.


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