Feiertag : Von Gänsen verraten

Mit Laternen ziehen viele Kinder durch die Straßen und singen Martinslieder.
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Mit Laternen ziehen viele Kinder durch die Straßen und singen Martinslieder.

In vielen Gegenden ziehen die Kinder am 11. November, dem Sankt Martinstag, mit Laternen durch die Straßen und singen Martinslieder. Doch was wissen wir eigentlich über diesen Mann und weshalb ist er so berühmt?

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11. November 2014, 10:29 Uhr

In vielen Gegenden ziehen die Kinder am 11. November, dem Sankt Martinstag, mit Laternen durch die Straßen und singen Martinslieder. Doch was wissen wir eigentlich über diesen Mann und weshalb ist er so berühmt?

Martinus, den Namen erhielt er nach dem römischen Kriegsgott Mars, wurde 316 oder 317 nach Christus in Sabaria (im heutigen Ungarn) geboren. Als Sohn eines römischen Offiziers musste er ebenfalls in den Militärdienst eintreten, obwohl er das gar nicht gerne wollte. Sein Vater wurde nach Italien versetzt und Martin wuchs dort auf, kam mit 15 Jahren zum Heer und wurde römischer Offizier. Es wird berichtet, dass er sehr hilfsbereit war und notleidenden Menschen Hilfe brachte. Auch seine Kameraden mochten ihn wegen seiner Bescheidenheit.

Mit 18 Jahren war Martin mit einer Reitertruppe in der französischen Stadt Amiens stationiert. An einem eiskalten Wintertag begegnete ihm am Stadttor ein Bettler in Lumpen. Wegen des harten Frostes waren schon einige Menschen gestorben und der Arme schien ebenfalls beinahe zu erfrieren. Martin hatte seine römische Uniform an und einen Militärmantel. Weiter trug er nichts bei sich. Der Bettler bat um Hilfe und Martin nahm sein Schwert und teilte seinen Mantel mit einem Hieb in zwei Teile. Der Mann bekam den halben Mantel und war gerettet. Es heißt, dass in der darauffolgenden Nacht der Bettler dem Martin im Traum erschien. Er hatte den Mantel an und gab sich als Jesus Christus zu erkennen. Nach diesem Erlebnis ließ Martin sich taufen und verließ so bald es ging den Militärdienst.

Die Menschen mochten ihn wegen seiner Nächstenliebe und baten ihn, der nächste Bischof von Tours zu werden. Wegen seiner Bescheidenheit war es ihm unangenehm ein so hohes Amt zu übernehmen und eine Legende berichtet, dass Martin sich deshalb vor dem Volk in einem Gänsestall versteckt haben soll. Das Federvieh schnatterte aber so laut, dass sie ihn natürlich verrieten und so wurde er doch gefunden. 371 nach Christus wurde Martin der neue Bischof. Viele Wundertaten soll er vollbracht haben und als er mit etwa 80 Jahren starb, kamen viele Menschen zur Beerdigung an einem 11. November in Tours. Vom Papst wurde er später wegen seiner vielen guten Taten heilig gesprochen. Die Menschen denken an ihn mit Laternenumzügen in jedem Jahr am Martinstag.

Und warum man häufig an diesem Tag eine Martinsgans verspeist, könnt ihr euch nun sicher denken!



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