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Junge Zeitung

21. November 2017 | 03:51 Uhr

Wissen : Vom Fühlen und Tasten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Warum können wir Gegenstände allein mit den Fingern ertasten – und was fühlt sich für uns gut an?

Streichel mal über deinen Schlafanzug. Fühlt sich schön weich an, oder? Und jetzt über deine Zahnbürste. Die kleinen Borsten piksen dich bestimmt. Das alles kannst du fühlen, weil du einen Tastsinn hast. Mit dem Tastsinn ist unsere Fähigkeit gemeint, dass wir Dinge ertasten und Berührungen wahrnehmen können.

Wie dieser Tastsinn genau funktioniert, weiß Martin Grunwald. Er ist Experte auf dem Gebiet der Haptik. Haptik ist der Fachbegriff für den Tastsinn. In seinem Labor in der Stadt Leipzig erforscht Martin Grunwald diesen Tastsinn. Dafür lädt der Forscher zum Beispiel immer wieder Menschen in sein Labor ein. Mit verbundenen Augen ertasten sie alle möglichen Gegenstände: Stifte, Strümpfe, Taschentücher, Schalter und Knöpfe. Die Leute sind dabei durch Kabel mit einem Computer verbunden.

„So können wir messen, wie unser Gehirn die Informationen verarbeitet, die von den Fingern erfühlt werden“, erklärt Martin Grunwald. Der Computer findet also heraus, wie die Hände und das Gehirn zusammenarbeiten.

So erforscht der Wissenschaftler den Tastsinn auch im Auftrag von Firmen. Manche Unternehmen wollen nämlich genau wissen, ob sich die Knöpfe, Rädchen und Schalter auf ihren Geräten auch gut anfühlen. In seinem Labor testet Martin Grunwald darum etwa, welche Gegenstände der Firmen Leute besonders gern ertasten, und welche nicht so. Er macht das zum Beispiel für Autohersteller. „In einem Auto ist vieles so ähnlich wie in jedem anderen Auto“, sagt Martin Grunwald. „Doch in der Haptik gibt es jede Menge Unterschiede. Zum Beispiel bei den Pedalen, den Knöpfen und wie sich der Sitz anfühlt.“

Viele Autohersteller lassen darum ihre Produkte von Martin Grunwald testen. Sie hoffen, dass sich ihre Autos besser verkaufen, weil sie sich besser anfühlen.

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