Landwirtschaft : Vom Feld auf den Tisch

So sehen Weizenähren aus. Fotos: Marc Tirl/Britta Pedersen
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So sehen Weizenähren aus. Fotos: Marc Tirl/Britta Pedersen

Jetzt ernten die Landwirte Getreide / Die Körner sind das wichtigste Nahrungsmittel

svz.de von
07. Juli 2014, 17:11 Uhr

Die Getreideernte beginnt. Landwirte gehen nach ersten Schätzungen von einem guten Ertrag aus. Das ist eine schöne Nachricht, denn Getreide ist das wichtigste Nahrungsmittel. Es ist reich an Eisen, Kalzium und Magnesium und liefert nahrhafte Kohlenhydrate für den Körper. Ballaststoffe regen außerdem die Verdauung an. In Deutschland werden die meisten Getreidekörner in Mühlen zu Mehl gemahlen und aus dem Mehl wird Brot gebacken. Doch Mehl ist nur eine mögliche Form der Verarbeitung, denn aus den eiweißreichen Körnern werden auch Nudeln, Suppen und Breigerichte hergestellt.

Getreide bringt zwei Eigenschaften mit, die es als Lebensmittel für uns Menschen so unentbehrlich machen: einen hohen Nährwert bei gleichzeitig sehr guten Lager-Eigenschaften. Auch wenn Getreide über lange Zeiträume gelagert wird, lässt sich aus den Körnern immer noch Mehl mahlen.

Aber es lässt sich nicht aus jedem Getreide Brot backen. Denn nur in manchen Getreidearten befindet sich Gluten, das so genannte Klebereiweiß. Dazu gehören insbesondere der Weizen und der Dinkel. Der Glutenanteil bestimmt die Backfähigkeit des Getreides. Brot in Laibform kann nur aus Getreidemischungen mit einem hohen Glutenanteil gebacken werden. Dagegen gibt es Getreidearten, aus denen kein Brot gebacken werden kann, weil der Teig ohne Kleber nicht aufgeht. Das ist etwa bei Gerste, Hirse oder Hafer der Fall. Aus Hirse und Hafer lassen sich aber vorzügliche Breispeisen anrühren.

Getreide ist seit Jahrtausenden das Hauptnahrungsmittel für Menschen und Haustiere. Es stammt ursprünglich aus dem Nahen Osten – dem Libanon, dem anatolischen und dem iranischen Bergland. Dort wurde das Getreide vor etwa 10 000 Jahren kultiviert. Die ersten steinzeitlichen Menschen, die Ackerbau betrieben, pflanzten Einkorn, Emmer und Gerste an. Im Laufe der Jahrhunderte züchtet der Mensch weitere Getreidearten. Heute stehen Weizen, Mais, Reis und Hirse auf dem Speiseplan der Welt an erster Stelle. Roggen ist bei den Deutschen beliebt.

Ziel der Getreidezüchtung war es, möglichst viele und große Körner in den Ähren zu kultivieren, die sich als unempfindlich gegen Klimaschwankungen, Krankheiten und Schädlinge erweisen. Auch sollte der Halm stabil beschaffen sein, damit er die Last der Frucht auch trägt und nicht abknickt. Die Körner sollten zudem auf dem Halm selbst reifen, und nicht vor der Ernte auf den Boden fallen. So konnte der Mensch im Laufe der Jahrhunderte die Ernteerträge stetig steigern. Das ist wichtig, damit jeder täglich sein Brot essen kann.


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