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Tierwelt : Und was für eine Nase …

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tapire sehen mit ihrem Rüssel lustig aus / Zu lachen haben sie heutzutage leider nichts mehr

Stellt euch mal vor, ihr könntet mit eurer Nase was greifen. Unglaublich, oder? Aber Tapire können genau das: Sie grapschen mit dem Rüssel nach Ästen und streifen mit ihrer langen Zunge Blätter ab, um sie zu fressen. Ganz ähnlich, wie das die Elefanten tun. Mit denen sind Tapire aber nicht verwandt. Auch nicht mit Schweinen, obwohl sie ein bisschen so aussehen. Tapire bilden eine eigene Tiergattung. Ihre nächsten Verwandten sind die Pferde. Das Wort Tapir entstammt der Sprache der Tupi-Indianer in Brasilien und heißt so viel wie „Buschochse“. Die Tiere leben nämlich im Dschungel.

Fünf verschiedene Arten gibt es heute noch auf der Erde. Vier davon in Süd- und Mittelamerika, eine in Asien. Während die amerikanischen Vertreter wie die Flachlandtapire und die Bergtapire braun sind, haben die asiatischen Schabrackentapire einen weißen Sattel, schwarze Beine und einen schwarzen Kopf. Wenn sie auf die Welt kommen aber, sind alle Tapire getupft und gepünktelt. Damit sie im dichten Urwald gut getarnt sind und nicht von Tigern, Krokodilen oder dem Jaguar gefressen werden. Erst nach einem halben Jahr haben sie ihr Kinderkleid abgelegt und sehen aus wie ihre Eltern. Bis zu zweieinhalb Meter lang werden sie und bringen bis zu 320 Kilogramm auf die Waage.

Die Stöpselnasen haben feste Reviere. Die sind bis zu acht Quadratkilometer groß und werden mit Kot und Urin markiert, damit jeder weiß, wer hier zu Hause ist. Wie in einer Wohnung gibt es feste Plätze zum Schlafen und Essen  und zum Suhlen. Das tun Tapire gerne. Sie wälzen sich ganz dolle im Schlamm und gehen auch sehr gerne baden. Ins Wasser ziehen sich die Tiere auch zurück, wenn Gefahr droht. Der spitze Rüssel und der kleine Kopf vor dem massigen Hinterleib eignen sich übrigens gut, um sich durch den dichten Regenwald zu bewegen. Das Rückwärtsgehen ist nicht so ihr Ding. Da würden sie mit ihrem dicken Popo im Gestrüpp hängen bleiben.

Früher gab es auch in Europa Tapire. Das weiß man, weil man „Fossilien“ gefunden hat – versteinerte Überreste aus der Urzeit also. Dann aber wurde es kälter in Europa und die Tiere starben aus. Auch die Lebensräume in Asien und Südamerika sind bedroht. Weil die Menschen immer mehr Wald abholzen und die Tapire sich nicht mehr verstecken können. Darum gibt es nur noch 2500 Bergtapire und 1500 Schabrackentapire in der Wildnis. Manche Zoos versuchen die Tiere nachzuzüchten und sie auszuwildern. Auch im Schweriner Zoo gibt es immer wieder Nachwuchs. Da lassen sich die lustigen Rüsseltiere anschauen.

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