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Bürgerrechtsbewegung : Traum von Brüderlichkeit

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Afroamerikaner hatten bis zur zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts weit weniger Rechte als die weißen Bürger in Amerika. Jene ungerechte Benachteiligung erzürnte die schwarzen Bürger, deren Vorfahren aus Afrika stammten.

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erstellt am 13.Okt.2014 | 15:34 Uhr

Die Afroamerikaner hatten bis zur zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts weit weniger Rechte als die weißen Bürger in Amerika. Jene ungerechte Benachteiligung erzürnte die schwarzen Bürger, deren Vorfahren aus Afrika stammten. So begannen sie mit friedlichen Mitteln für eine gerechtere Welt zu kämpfen. Ein denkwürdiger Tag war der 1. Dezember 1955, als die Afroamerikanerin Rosa Parks gegen die Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln in der Stadt Montgomery verstieß. Sie wurde verhaftet, nachdem sie sich weigerte, im Bus den für Weiße reservierten Sitz zu verlassen.

Die Folge war der „Montgomery Bus Boycott“. Die Schwarzen fuhren aus Protest gegen die Rassentrennung nicht mehr mit dem Bus. Diese Aktion sorgte für Aufruhr und es schlossen sich andere Städte an. So fuhr allein in Montgomery knapp ein Jahr keiner der etwa 420 000 schwarzen Einwohner mehr mit dem Bus. Während Rosa Parks angeklagt wurde, nutzten Bürgerrechtsorganisationen die Situation, um gegen die Rassentrennung vor Gericht zu kämpfen. Der Fall ging bis zum Obersten Gerichtshof, der die Rassentrennung in Bussen für verfassungswidrig erklärte. Das Verbot wurde aufgehoben. Das Urteil hatte eine Signalwirkung. Überall im Land kämpften immer mehr Schwarze für ihre Bürgerrechte.

Zu einem wortmächtigen Anführer der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung wurde der junge Prediger Martin Luther King. Der gläubige Sohn eines Baptistenpfarrers, 1929 in Atlanta geboren, organisierte gewaltfreie Aktionen wie Märsche, Sitzblockaden und Protestaktionen im Kampf gegen den Rassismus. 1963 führte er den Marsch auf Washington an und hielt dort vor 250 000 Menschen seine berühmte Rede: „Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können.“ Ein Jahr später errangen er und seine Mitstreiter einen Durchbruch. Per Gesetz wurde die Rassentrennung aufgehoben und schließlich auch das Wahlrecht geändert. Fortan durften alle schwarzen Amerikaner wählen. Doch die Situation der Schwarzen änderte sich nicht wesentlich. King erkannte, dass die Ungerechtigkeit kein nationales, sondern ein internationales Problem war. So entschloss er sich, für alle Unterdrückten jeglicher Hautfarbe zu kämpfen. Einigen Mitstreitern missfiel der neue Weg und sie wandten sich ab.
Martin Luther King trat unbeirrt weiter für seine Ideale ein. 1964 wurde er dafür mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Sein Lebensweg endete am 4. April 1968 in Memphis. Als er an der Seite schwarzer Müllarbeiter für besseren Lohn kämpfte, wurde er heimtückisch erschossen. Bis heute ist Martin Luther King eine Symbolfigur gegen die Unterdrückung der Afroamerikaner.


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