zur Navigation springen
Junge Zeitung

24. September 2017 | 06:55 Uhr

Sport : Tobias gibt das Tempo vor

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der 24-Jährige läuft gern. Gewinnen will er aber nicht, stattdessen hilft er anderen Läufern, ihr Ziel zu erreichen

Stell dir vor, du sollst im Sport-Unterricht zwei Runden um den Platz laufen. Doch der Lehrer gibt vor, in welcher Zeit du diese Strecke rennen sollst: in genau vier Minuten. Also schaust du beim Laufen immer wieder auf deine Uhr, um die Zeit im Blick zu haben. Auch wenn das vom Laufen ablenkt. Doch wie wäre es, wenn neben dir ein Mitschüler läuft, der für dich auf die Uhr guckt? Und damit das Tempo für dich vorgibt. So könntest du dich auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich das Laufen.

In der Leichtathletik gibt es solche Helfer tatsächlich. Sie heißen Tempomacher. Einer von ihnen ist Tobias. Er ist 24 Jahre alt und war schon für richtig gute Läufer im Einsatz.

Zum Beispiel beim Marathon. Bei diesem Lauf legen die Sportler eine besonders lange Strecke zurück, knapp über 42 Kilometer. Das sind mehr als 100 Runden um einen normalen Sportplatz. Viele Läufer wissen vorher, in welcher Zeit sie diese Strecke schaffen wollen. Manche brauchen vier Stunden. Profis kommen sogar nach zwei Stunden und 30 Minuten ins Ziel – oder noch schneller.

Tempomacher wie Tobias helfen ihnen dabei, die richtige Geschwindigkeit zu laufen. „Ich habe ein besonders gutes Gefühl für Tempo, das andere nicht haben“, erklärt Tobias. „Aber ich habe auch eine spezielle Uhr dabei, die mir das Tempo anzeigt.“ So kann Tobias gleichmäßig schnell laufen. Und der Profi an seiner Seite kommt in der gewünschten Zeit an. Die Tempomacher müssen dafür gar nicht unbedingt bis zum Ende mitlaufen. Häufig beenden sie das Rennen sogar etwas früher. Schließlich ist es ziemlich anstrengend, das hohe Tempo der Profis zu halten.

Aber ist es nicht blöd, nur als Helfer dabei zu sein und frühzeitig aufzuhören? Tobias findet das nicht schlimm, im Gegenteil. Manchmal feuert er die Top-Läufer unterwegs sogar an. Oder er trägt Wasserbecher für sie. „Für mich ist es immer eine große Motivation, der Helfer zu sein“, sagt er. „Das hilft mir dabei, mich beim Lauf zu quälen und weiterzukommen.“ Außerdem bekommt man von den Organisatoren etwas Geld dafür.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen