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Geschichte : Tausende Soldaten aus Ton

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor 40 Jahren fand ein Bauer im chinesischen Xian die Terrakottaarmee des Kaisers Quin.

Eigentlich wollte Yang Zhifa ja nur einen Brunnen ausheben. Am fünften Tag stieß er in vier Metern Tiefe aber auf etwas Hartes. Der Bauer freute sich, weil er glaubte einen Tonkrug gefunden zu haben, in dem er seine Eier zum Markt transportieren könnte. Beim Graben aber stellte sich raus, dass es sich um kein Gefäß, sondern um einen lebensgroßen Soldaten aus Ton handelte.

Ein Beamter, der gerade in dem Dörfchen zu Gast war, um den Brunnen abzunehmen, meldete den Fund den Behörden, die schickten Archäologen. Das sind Leute, die über die Entwicklung der Menschheit forschen. Die fingen an zu graben.

Sie fanden in der Nähe der Stadt Xian in China eine ganze Armee aus Ton. Zunächst hielten sie ihren Fund noch geheim. Ein ganzes Jahr lang. Weil sie nicht wollten, dass Räuber ihn plündern. Am 11. Juli 1975, also heute vor 40 Jahren, bestätigten sie den Fund aber dann doch offiziell und die Zeitungen berichteten darüber. Es stellte sich heraus, dass der einfache Bauer Yang Zhifa das Grab des Kaisers Quin Shi Huang Di gefunden hatte. Dieser Kaiser lebte von 259 bis 210 vor Christus in China. Ganz schön lange her.

Der Bauer bekam für seine Entdeckung übrigens gerade mal 30 Yuan Finderlohn. Das sind knapp vier Euro. Selbst die lieferte er ordnungsgemäß in seiner Produktionsgenossenschaft ab, in der er arbeitete. Immerhin bekam er einen halben Tag frei.

Bis heute hat man 8000 Tonkrieger und Tonpferde gefunden. Man spricht auch von der Terrakottaarmee, Terrakotta heißt übersetzt gebrannte Erde. Ein riesiges Heer also, das der Kaiser als Grabbeigabe mitbekam. Er selbst liegt unter einem Hügel gleich nebenan. Da hat man aber noch nicht mit den Grabungen begonnen. Aus Büchern weiß man, dass zwei Millionen Arbeiter das Grabmal bauten. Sie waren 38 Jahre damit beschäftigt. Es heißt, die Architekten und die Frauen des Kaisers seien bei seinem Tod mit ihm lebend beerdigt worden. Es gibt sogar Theorien, die davon ausgehen, dass die Kaiser vor Quin nicht Krieger aus Ton mit sich beisetzen ließen, sondern ihre echten Soldaten mit den Tod nahmen. Ob das wirklich wahr ist, weiß man aber nicht.

Die Terrakottaarmee wird schon seit 40 Jahren ausgegraben. Trotzdem sind sich die Experten sicher, dass erst ein Viertel freigelegt wurde. Über den Tonkriegern, die früher mal bemalt waren, hat man zum Schutz riesige Hallen gebaut. In jedem Jahr sehen sich Millionen von Besuchern die tönerne Armee des Kaisers Quin an. Manche nennen sie ein Weltwunder.





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