Schule : Straße statt Klassenzimmer

Susi Rentzsch ist auf dem Bild die zweite Frau von links. Die Lehrerin streikte gestern.
Susi Rentzsch ist auf dem Bild die zweite Frau von links. Die Lehrerin streikte gestern.

Einige Lehrer in Deutschland streiken: Sie arbeiten nicht, weil sie mit bestimmten Dingen unzufrieden sind

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03. März 2015, 23:31 Uhr

Kein Unterricht, weil der Lehrer nicht da ist. Das klingt für viele Schüler erst mal toll. Für einige Jungen und Mädchen war es gestern so. Und bei anderen wird es in den kommenden Tagen oder Wochen so sein. Denn in Deutschland streiken Lehrer.

Das bedeutet: Die Lehrer arbeiteten nicht. Denn sie sind unzufrieden mit bestimmten Dingen.

Mit dem Streik wollen die Lehrer ihre Arbeitgeber dazu bringen, auf ihre Forderungen einzugehen. „Statt in den Klassenraum gehen wir auf die Straße“, erklärt die Lehrerin Susi Rentzsch, die an einer Grundschule in Berlin arbeitet. „Wir versammeln uns und zeigen so, dass wir Forderungen haben.“

Das sollen eine Menge Leute mitbekommen. Deswegen haben viele Lehrer Trillerpfeifen oder Trommeln dabei, um Lärm zu machen. Oder sie halten Schilder hoch, auf denen ihre Forderungen stehen. Sie wollen zum Beispiel mehr Geld verdienen. Und sie wollen einen bestimmten Arbeitsvertrag, der für sie alle gilt und ihre Bezahlung regelt: einen Tarifvertrag. Ein Tarifvertrag ist eine wichtige Sache. Darin steht zum Beispiel, wie viel Arbeiter und Angestellte verdienen. Die Arbeitgeber müssen sich daran halten. Ein Tarifvertrag gilt nie für einen einzelnen Menschen, sondern immer für eine Gruppe.

Bei den Lehrern, die jetzt streikten, handelt es sich um eine bestimmte Gruppe: Sie sind angestellt. Es gibt auch Lehrer, die anders bezahlt werden als sie. Das liegt an der Form des Arbeitsvertrages, erklärt ein Fachmann. Es gibt Lehrer, die fest beim Staat beschäftigt sind. Man nennt sie Beamte. Die Beamten bekommen in der Regel mehr Geld als die Angestellten. Sie dürfen aber nicht streiken.

Susi Rentzsch ist angestellt. „Wir machen die gleiche Arbeit wie die Beamten, aber wir verdienen weniger“, sagt sie. Das finden die angestellten Lehrer ungerecht.

An vielen Schulen fiel wegen des Streiks Unterricht aus. An manchen sogar komplett. Der sechs Jahre alte Joona blieb zum Beispiel zu Hause. Schlecht findet er das nicht. „Ein Freund kommt heute zu mir. Es ist auch mal schön, Pause zu haben von der Schule“, sagt er.

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