Kultur : Stadt der Zwerge und Brücken

Zwerge sind so etwas wie Wahrzeichen von Breslau.
Zwerge sind so etwas wie Wahrzeichen von Breslau.

Breslau ist Europäische Kulturhauptstadt 2016. Hier gibt es sogar Zwergentouren für Kinder.

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15. Januar 2016, 23:40 Uhr

Breslau ist eine Stadt mit einer spannenden und manchmal traurigen Geschichte. Breslau ist der deutsche Name der Stadt. Aber seit mehr als 70 Jahren ist sie eine polnische Stadt und heißt Wroclaw.

Das hat mit einem Krieg zu tun, den Deutschland vor vielen Jahren begann. Gegen Ende dieses Krieges mussten die deutschen Bewohner weggehen. Dafür kamen polnische Familien, die wiederum aus ihrer Heimatstadt Lwiw wegziehen mussten. Denn Lwiw (deutsch: Lemberg) wurde Teil eines anderen Staates, der Ukraine.

Inzwischen sehen die Breslauer dieses komplizierte Hin und Her als eine Sache, die ihre Stadt zu etwas Besonderem macht. In diesem Jahr will Breslau seine bunten Seiten vielen Menschen zeigen. Es ist Europäische Kulturhauptstadt, zusammen mit San Sebastián in Spanien.

Politiker aus Europa vergeben diesen Titel seit einigen Jahren immer an zwei Städte.

Mit Theater, Musik, Tanz und vielen Veranstaltungen wollen die Breslauer zeigen, wie vielseitig ihre Stadt ist. Breslau hat einige Besonderheiten. So schmücken die Stadt zum Beispiel mehr als 100 Brücken. Zudem liegen einige Stadtteile auf Inseln, die von den Flussarmen der Oder umgeben sind. Eine andere Besonderheit Breslaus sind die Zwerge. Die Figuren stehen in der Altstadt und in vielen Stadtteilen. Sie sind so etwas wie Wahrzeichen der Stadt. Ein ganz besonders freundlicher Zwerg mit einer Blume steht auf dem Marktplatz. In der Fußgängerzone ruht sich ein Zwerg mit Laptop und Kaffeebecher aus. Auch als Feuerwehrmann, Motorradfahrer oder Ritter sind die Zwerge unterwegs. Auf Polnisch heißen sie „krasnale“.

Inzwischen gibt es mehr als 260 Zwerge. Sie haben eine eigene Webseite und es gibt Zwergentouren für Kinder. Wer lieber allein auf Zwergensuche geht, kann mit einer Zwergenkarte kontrollieren, ob er alle entdeckt hat. Denn die kleinen Kerle werden schließlich leicht übersehen.

Autorin: Eva Krafczyk

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