Geschichte : Spielend die Welt erkunden

Spielzeug gab es zu jeder Zeit. Collage: Christine Preuss
Spielzeug gab es zu jeder Zeit. Collage: Christine Preuss

Die Geschichte des Spielzeugs ist so alt wie die Menschheit selbst

von
30. März 2015, 23:44 Uhr

Kinder spielen für ihr Leben gern. Das war schon vor Tausenden Jahren so. Tatsächlich ist Spielzeug so alt wie die Menschheit selbst. Schon in grauer Vorzeit haben geschickte Hände aus Stein und Holz zum Beispiel Tiere in Miniaturform nachgebildet. Aus Ton wurden die ersten Puppen gefertigt. Wir wissen das heute, weil Wissenschaftler bei Ausgrabungen diese Spielzeuge entdeckt haben.

Die kunsthandwerkliche Fertigkeit des Menschen entwickelte sich voran und die Spielsachen wurden immer komplexer und ausgefeilter. So erfreute sich in der Antike der Nachwuchs an Kreisel- und Würfelspielen, an kleinen Pferden mit Reitern und Fuhrwerken. Die Knaben konnten sich mit einem Holzschwert bei einem nachgespielten Gladiatoren-Kampf erproben. Mädchen ahmten mit Gelenkpuppen aus Elfenbein, Miniaturmöbeln oder -geschirr die Welt der Erwachsenen nach.

Im Mittelalter wurden Spielzeuge für die Kinder der Fürsten weiterentwickelt. Den Kindern der armen Bevölkerung blieb kaum Zeit zum Spielen, sie mussten schon in frühester Jugend den Eltern helfen. Von fein ausstaffierten Puppen, Steckenpferden, großen Holzreifen, Glasmurmeln oder Ritterfiguren konnten sie nur träumen. Diese Spielzeuge wurden oft von anerkannten Handwerkern angefertigt. Sie stellten auch Miniaturausgaben von Waffen her. Sie sollten die Knaben auf das Ritterleben vorbereiten. Die Mädchen beschäftigten sich mit Puppen, Küchengeräten und Nähzeug.

Bevorzugtes Material war damals Holz, weil es leicht zu bearbeiten war. So entstanden vor allem in den waldreichen Regionen von Thüringen, des sächsischen Erzgebirges, des Alpenvorlandes sowie in Nürnberg und Augsburg Manufakturen, die bevorzugt Holzspielzeug herstellten.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts rückte die Kindererziehung in ein neues Licht. Kinder wurden als kleine eigenständige Persönlichkeiten erkannt. Der Pädagoge Friedrich Fröbel (1782-1852) machte sich Gedanken darüber, wie Spielzeug die Entwicklung fördern kann. So ersann er erzieherisch wertvolle Baukästen, die die Phantasie und Feinmotorik anregten. Im 19. Jahrhundert begann die Industrialisierung, und neue Technologien brachten auch Schwung in die Spielzeugherstellung. So wurden aus dünn gewalzten Blechen Häuser und Fuhrwerke in hohen Auflagen hergestellt. Ein Renner war die schienengebundene und dampfbetriebene Spielzeugeisenbahn, die einige Jahrzehnte später elektrifiziert wurde. Heute scheint die Spielzeugwelt grenzenlos und ist vor allem durch Massenfertigung zum preiswerten Artikel geworden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen