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Junge Zeitung

18. Dezember 2017 | 04:26 Uhr

Sport : Spiel mit Köpfchen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tischtennis ohne Schläger und kleine Bälle? Das geht – vor allem, weil man beim „Headis“ seinen Kopf benutzt.

Zwei Jungs bauen eine Tischtennis-Platte auf. Sie schieben die beiden Hälften der Platte aneinander. Dann spannen sie in der Mitte ein Netz. Das Komische ist: Die beiden haben weder Schläger noch Tischtennis-Bälle dabei. Dafür benutzen sie einen etwas größeren, weicheren Ball aus Gummi – und ihren Kopf. So spielen sie Headis (gesprochen: Hädis).

Headis ist eine recht neue Sportart. Man könnte sie auch kurz und knapp Kopfball-Tischtennis nennen. Dabei spielt man sich auf einer Tischtennis-Platte einen Ball zu. Nicht mit Schlägern, sondern mit dem Kopf. Daraus ergibt sich ein Spiel mit vielen Tricks und Kunststücken.

„Wer Headis spielt, darf sich nicht so sehr ernst nehmen“, findet NinaParzych. Sie kennt das Spiel seit seiner Erfindung vor einigen Jahren. „Einen Gummiball über eine Tischtennis-Platte zu köpfen, ist ja auch ein bisschen verrückt“, sagt sie. „Und vor allem unheimlich anstrengend.“

Deshalb wird aus dem Spiel so langsam eine richtige Sportart. Als Fußballer kann man beim Headis Kopfbälle trainieren. Freizeit-Gruppen treffen sich, um ins Schwitzen zu kommen. Die besten Headis-Spieler messen sich sogar bei der Weltmeisterschaft an der Platte.

„Echte Profis legen beim Headis manchmal eine ganz schöne Schau hin“, sagt Nina. Sie werfen sich mit dem Bauch auf die Tische, um den Ball zu erwischen. Manchmal stellen sie sich sogar kurz auf die Platte und führen einen Trick vor. „Das Spiel macht so viel Spaß, weil man sich so frei dabei bewegen kann“, erklärt Nina.

Aber brummt einem von den ständigen Kopfbällen nicht irgendwann der Schädel? Nö. Die Erfinder von Headis haben inzwischen einen eigenen Gummiball für ihr Spiel entwickelt. Der wiegt nicht so viel und hat eine sehr weiche Oberfläche. Ein Kopfball tut also nicht weh.

„Am Anfang kriegt man den Ball allerhöchstens einmal auf die Nase“, sagt Nina. „Dafür gibt’s aber immer mal ein paar blaue Flecke an den Beinen.“ Diese kommen aber nicht vom Ball, sondern von der Tischtennis-Platte. Klar, die Spieler werfen sich ja auch mit voller Wucht auf den Tisch.

Autor: Philipp Brandstädter

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