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Junge Zeitung

16. Dezember 2017 | 10:16 Uhr

Fliegen : So weit das Auge reicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Muxmäuschenstill über den Wolken: Was am Ballonfahren so besonders ist, verrät ein berühmter Fahrer

In einem Korb in die Höhe schweben und davonfliegen – das liebt Wilhelm Eimers. Er ist Ballonfahrer und in seiner Sportart eine echte Berühmtheit. Der 65-Jährige hat mit dem Ballon schon viele Wettbewerbe gewonnen und Rekorde aufgestellt. Philipp Brandstädter erzählt er davon.

Worauf kommt es beim Ballonsport an?

Wilhelm Eimers: Viele Dinge kann man messen und berechnen. Zum Beispiel Luftströme und Windrichtung. Aber ein guter Ballonfahrer hat das Fliegen auch im Gefühl. Er muss spüren können, in welcher Höhe er am schnellsten vorankommt.

Sie machen auch bei Wettbewerben mit. Wie läuft ein Rennen mit dem Ballon ab?

Das ist ganz unterschiedlich. Sehr bekannt ist die sogenannte Fuchsfahrt. Da jagen alle Ballonfahrer einem anderen Ballon hinterher. Oder: Alle Fahrer sind eine bestimmte Zeit lang mit ihrem Ballon unterwegs. Wer dabei die weiteste Strecke zurücklegt, gewinnt. Das ist beim Gordon-Bennett-Cup der Fall, dem berühmtesten Ballonrennen der Welt.

Ist das sehr anstrengend? Aber ja! In der kleinen Gondel ist wenig Platz. Und den muss man sich auch noch mit einem Partner teilen. Stell dir vor, du sitzt tagelang nur am Schreibtisch, zusammen mit einem Freund. Und dabei musst du immer gut aufpassen. Auf das Wetter, auf die Berge.

Gibt es auch gefährliche Situationen?

Wenn wir aus der Ferne ein Gewitter sehen oder Donner hören, müssen wir sofort landen. Da fragt man sich dann schon einmal: Landen wir irgendwo im Wasser und müssen schwimmen oder mit einem Boot abgeholt werden? Was ist das Besondere an der Ballonfahrt?

Dort oben ist alles friedlich. Es ist muxmäuschenstill, weil der Ballon mit dem Wind fährt. Man bekommt einfach einen anderen Blick auf die Dinge. Während da unten so viele Leute streiten und glauben, sie seien schrecklich wichtig.

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