Schwarz und schlau – die Krähen

Krähen sind schlau: Diese schwarz-graue Nebelkrähe trainiert schon mal für die nächste Fußball-WM.
Krähen sind schlau: Diese schwarz-graue Nebelkrähe trainiert schon mal für die nächste Fußball-WM.

Die Rabenvögel sind besonders intelligent / Saatkrähen überwintern in unseren Gefilden

svz.de von
19. Dezember 2013, 00:35 Uhr

Der ein oder andere hat es vielleicht selbst schon mal erlebt. Man läuft beispielsweise durch den Schlosspark in Schwerin und auf einmal landet einem eine Muschel krachend vor den Füßen. Komisch. Muscheln können doch nicht fliegen. Sie leben im Wasser. Man schaut nach oben und was sieht man? Richtig: eine Krähe.

Die hat eine Muschel aus dem See gefischt, kann sie aber nicht knacken und lässt sie deswegen aus einer gewissen Höhe auf den Boden fallen. Dabei geht die Schale kaputt und die Krähe kommt an das leckere Muschelfleisch ran. Ganz schön schlau.

Genauso machen es die Vögel mit Walnüssen. Und in Berlin sind schon Tiere dabei beobachtet worden, wie sie eine Nuss auf die Straße legten bis ein Auto drüber fuhr und danach warteten, bis die Ampel auf Rot sprang, damit sie gefahrenlos an den Leckerbissen ran kamen.

Ornithologen (so nennt man Vogelkundler) haben mit Tests herausgefunden, dass Krähen unter allen Vögeln die intelligentesten sind. Die Rabenvögel können sogar, ähnlich wie Papageien, Laute anderer Tiere nachmachen. Es gibt welche, die gackern wie Hühner. Andere lachen wie Menschen. Und es gibt Krähen, die benutzen kleine Stöckchen oder Tannennadeln als Werkzeug und angeln in Astlöchern damit nach Insekten. Früher mochte man die schwarzen Vögel gar nicht. Totenvögel oder Galgenvögel nannte man sie. Weil ganze Schwärme von ihnen auf Schlachtfeldern oder an Richtstätten an den Leichen rumpickten. Bauern schossen auf sie, weil sie die Saat schützen wollten. Heute ist das verboten. Seit 1979 stehen Krähen unter Schutz. Wie alle Singvögel. Zu denen gehören sie nämlich.

In Deutschland gibt es vor allem Nebelkrähen. Die trifft man das ganze Jahr hier an. Sie leben meist zu zweit und dulden in ihrem Territorium nur wenig Artgenossen. Übrigens bleiben Krähenpaare sich jahrelang treu. Im April brüten sie und bringen vier bis sechs Junge zur Welt. Die werden von beiden Elterntieren gefüttert und hartnäckig gegen Eindringlinge verteidigt. Sind die jungen Hüpfer flügge und verlassen das Nest, nennt man sie Ästlinge. Sollte jemand so ein Jungtier finden, dann bloß die Finger weg! Auch außerhalb des Nestes werden die Jungen noch von den Eltern gefüttert und verteidigt. Sie brauchen also keine Hilfe von Menschen. Wie rabiat Krähen ihre Jungen beschützen können, weiß, wer einmal gesehen hat, wie sie einen viel größeren Bussard in der Luft jagen, um ihn von ihrem eigenen Nest abzulenken.

Jetzt im Winter fallen in jedem Jahr auch die Saatkrähen ein. Die leben im Sommer in Sibirien und fliehen dort vor den kalten Temperaturen. Sie treten in Schwärmen auf und lieben Städte, weil es da wärmer ist. Wer abends in Schwerin am Zoo unterwegs ist, kann die Tiere sehen. Hunderte sind es, die sich jeden Abend einen Baum zum Schlafen suchen. Das ist ganz schön beeindruckend.






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