Unglück : Schüler trauern nach Absturz

Am Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See trauern viele Schüler.
Am Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See trauern viele Schüler.

Nach dem Flugzeugunglück kümmern sich Fachleute um Jugendliche, deren Mitschüler ums Leben kamen

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25. März 2015, 23:27 Uhr

Auf einer Treppe vor einer Schule stehen Hunderte Kerzen. Auch Blumen liegen auf den Stufen. Kinder und Jugendliche stehen davor und nehmen sich in den Arm. Sie sind sehr traurig. Das hat mit einem Unglück in unserem Nachbarland Frankreich zu tun. Dort stürzte am Dienstag ein  Flugzeug ab. Viele Menschen kamen ums Leben. Darunter waren auch Schüler und Lehrerinnen des Gymnasiums. Die Schule steht in Haltern am See. Das ist eine Stadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

„Normaler Unterricht wird heute nicht stattfinden“, sagte eine Sprecherin der Polizei gestern. Trotzdem trafen sich viele Kinder und Jugendliche an ihrer Schule. Denn oft hilft es, über seine Trauer zu sprechen, sagen Fachleute. In den Klassen kümmerten sich auch Experten um die Schüler.

Doch nicht nur in Haltern am See waren Menschen nach dem Unglück geschockt. An mehreren Flughäfen stellten sich Mitarbeiter für Schweigeminuten zusammen. Damit wollten sie an die Opfer des Unglücks erinnern.

Am Flughafen in der Stadt Düsseldorf trafen sich Angehörige der Opfer. „Die Menschen kommen, um nicht in ihrer Trauer alleine zu sein“, sagte der Sprecher des Flughafens. Auch hier bekamen die Menschen Hilfe von Fachleuten.

Experte rät: Sprich über deine Angst

Viele Menschen bekommen ein mulmiges Gefühl, wenn sie Berichte über den Flugzeugabsturz lesen. Sie mögen vielleicht selbst nicht mehr in ein Flugzeug steigen. Obwohl Experten sagen, dass Fliegen sehr sicher ist.

„Angst zu haben, ist erst mal völlig normal“, sagt der Experte Frank Reiss. „Angst ist dafür da, uns zu schützen. Sie ist oft sehr sinnvoll.“ Wenn man zum Beispiel auf einem hohen Gebäude steht, bringt einen die Angst dazu, nicht zu nah an den Rand zu gehen.

Angst kann aber auch ein Problem sein. „Angst kann dazu führen, dass man bestimmte Dinge verpasst“, sagt der Experte. Angenommen, man stürzt mit dem Fahrrad. „Dann kann es sein, dass man aus Angst nicht mehr Fahrrad fährt.“ So verpasst man etwa einen Ausflug mit Freunden.

Experten raten dazu, sich in solchen Situationen der Angst zu stellen – also nach einem Sturz mit dem Fahrrad schnell wieder aufs Rad zu steigen. „Wenn ich der Angst aus dem Wege gehe, dann wird sie größer“, sagt der Fachmann. Das ist auch beim Fliegen so.

„Bei Angst hilft es sehr, darüber zu sprechen. Es ist wichtig, sich damit auseinanderzusetzen. Wenn man seine Angst unterdrückt oder nicht ernst nimmt, setzt man sich noch mehr unter Druck und fühlt sich schlecht.“ Es sei aber nicht gut, sich viele Bilder vom Flugzeug-Unglück anzuschauen. „Das verstärkt die Angst.“

Um seine Angst in den Griff zu bekommen, sei es besser, sich über Flugzeuge und ihre Technik zu informieren. „Die Angst vorm Fliegen kommt auch daher, dass Fliegen etwas ist, das man schwer versteht. Man fragt sich, warum so ein schweres Ding durch die Luft fliegen kann. Wenn man versteht, wie das funktioniert, hilft das.“

Während eines Fluges hilft es außerdem, sich abzulenken. „Man kann sich etwas zum Lesen mitnehmen, etwas zum Malen oder etwas zum Spielen“, rät der Experte. Und auch bequeme Kleidung hilft. „Wichtig ist, dass man sich während des Fluges wohlfühlt.“

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