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Junge Zeitung

20. November 2017 | 09:03 Uhr

Technik : Schnee aus der Leitung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wenn die Pisten in Skigebieten grün sind, bringen Schneekanonen den Winter

Wie Frau Holle sieht Hubert Neidhardt auf keinen Fall aus. Bei der Arbeit trägt er eine Skimütze, eine warme Jacke und feste Schuhe. Nur eines hat er mit der Figur aus dem Märchen gemeinsam: Er kann es schneien lassen. Dazu muss er nur die Schneekanonen anschalten. „Dass es im Winter sicher über längere Zeit schneit, gibt es kaum noch. Deshalb sind die Schneekanonen wichtig“, sagt Hubert Neidhardt. Seit vielen Jahren arbeitet er als Schneemeister in der Chiemgau Arena in Ruhpolding. Er ist dort zuständig dafür, dass genug Schnee liegt.

Die Schneekanonen sehen ein bisschen aus wie große, gelbe Ventilatoren. Was sie brauchen, um Schnee zu machen, kann Hubert Neidhardt schnell aufzählen: „Man braucht kaltes Wasser, Strom, ziemlich viel Druck – und kalt muss es sein“. Die Schneekanone ist an dicke Schläuche und Kabel angeschlossen. Eines ist für den Strom. Ein anderes bringt eiskaltes Wasser mit hohem Druck zur Schneekanone. „Das Wasser hat so viel Druck, dass man den Schlauch alleine kaum festhalten könnte“, so der Fachmann.

Dann zeigt er auf den Rand der Schneekanone. Er ist rundherum besetzt mit unterschiedlichen Düsen aus Metall. Sobald die Maschine läuft, sprühen aus den einen Düsen feine Wassertropfen. „Wenn es kalt genug ist, entstehen daraus winzig kleine Eiskörnchen“, sagt er. Durch die anderen Düsen wird das Wasser noch feiner zerstäubt – wie Nebel. „Diese kleinsten Wassertröpfchen können sich dann an die größeren Eisteilchen anlagern. So wird der Eiskristall größer“, erklärt er.

Damit aus dem Wasser auch wirklich Schnee wird, muss es aber noch möglichst lange durch die kalte Luft fliegen. Dafür hat die Schneekanone einen Propeller. Ein paar Meter weiter weg fallen dann die winzigen Eiskristalle und gefrorenen Wassertröpfchen als Schnee zu Boden.

Eine wichtige Sache kann die Maschine aber nicht liefern und zwar die Kälte. „Man schaltet erst bei etwa Minus 3 Grad die Beschneiungsanlage ein“, sagt der Experte. Wenn es wärmer ist, kommt aus der Maschine nämlich kein Schnee – sondern nur kaltes Wasser.

Viele Skifahrer und Snowboarder freuen sich über künstlichen Schnee. Umweltschützer dagegen finden Schneekanonen überflüssig. Ihnen gefällt nicht, dass die Maschinen viel Strom und Wasser verbrauchen, um Kunstschnee herzustellen. Durch die Verlegung von Rohren wird außerdem die Natur verändert.

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