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Junge Zeitung

20. November 2017 | 14:57 Uhr

Tierwelt : Schlaue Kopffüßer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kraken haben ein ausgezeichnetes Gedächtnis und können Farben und Formen voneinander unterscheiden

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2014 | 16:36 Uhr

Wenn sich früher Seeleute schaurige Geschichten erzählten, kamen oft die Kraken darin vor. So sollen ganze Schiffe von Riesenkraken auf den Meeresgrund gezogen worden sein. Alles Seemannsgarn, ist ja klar!

Kraken gehören zu den faszinierendsten Meeresbewohnern. Wissenschaftlich nennt man sie „octopus vulgaris“, (=gewöhnlicher Krake). Sie gehören zur Klasse der Kopffüßer, wie ihre Verwandten, die Tintenfische. Ihre Fangarme sitzen direkt am Kopf. Weil der Krake acht Fangarme hat, nennt man ihn auch Oktopus (griechisch okto = acht). Über 500 Millionen Jahre gibt es sie bereits. Die Kraken haben sich kaum verändert. Sie bestehen aus einem sackförmigen Körper, der alle inneren Organe schützt, den Fangarmen am Kopf und zwei großen Augen. Der Tintenfisch ist dem Kraken sehr ähnlich. Jedoch haben die zehn Fangarme und werden „Decabrachia“ genannt, (griechisch deka = zehn).

Die Fangarme des Kraken sind bis zu einem Meter lang. Sehr nützlich erweisen sich die daran befindlichen Saugnäpfe. Sie enthalten Sinneszellen, die Informationen verschaffen über alles, was er betastet. Eigentlich haben Kraken und Tintenfische eine hell- bis dunkelbraun, leicht gemusterte Farbe. Sie können aber ihre Hautfarbe schnell wechseln durch Farbzellen in der Haut. Wenn die Tiere aufgeregt, wütend oder angriffslustig sind, legen sie Tarnfarbe an, sodass niemand sie mehr erkennen kann. Der Farbwechsel dient auch zu Verständigung mit Artgenossen. Wird es gefährlich, stoßen sie aus einer Drüse eine dunkle Flüssigkeit aus. Kraken können der Wolke sogar durch beigemengten Schleim eine Form verleihen. Der Angreifer sieht nichts mehr, die Tinte betäubt den Geruchssinn des Feindes und der Krake kann sich verstecken.

Ihre Feinde sind: Meeraale, Haie, Delfine und Mittelmeer-Muränen. Sie selber jagen alles, was sie schnappen können. Dabei wird die Beute mit den Fangarmen gepackt, mit den Saugnäpfen festgehalten und zum Mund gezogen. Mit ihrem Hornschnabel knacken sie die Schale von Muscheln oder Schalentieren. Ein Verdauungssaft wird in die Beute gespritzt, sodass sie den gelösten Brei aufsaugen können.

Kraken sind Einzelgänger, die nur zur Paarungszeit Gesellschaft suchen. Nach der Paarung stirbt das Männchen. Aber auch das Weibchen überlebt nicht lang. Es legt an die 150 000 Eier in Steinnester und bewacht sie ohne Unterlass, hält sie sauber und wedelt frische Atemluft zu. Wenn die Kraken schlüpfen, stirbt die Mutter. Junge Kraken müssen alles alleine erlernen. Niemand zeigt ihnen, wie sie Nahrung finden oder sich verstecken.

Das mag ein Grund sein, warum Kraken so intelligent sind. Sie können sehr gut sehen. So wird behauptet, dass sie sogar die Gesichter ihres Pflegers im Aquarium erkennen können. Man fand heraus, dass Kraken ein ausgezeichnetes Gedächtnis haben. Sie können Farben und Formen voneinander unterscheiden.

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