zur Navigation springen

New York : Radeln gegen den Frost

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Anmkamal Uddin ist Rikscha-Fahrer in New York / Seitdem es dort so kalt ist, hat er einen der schwersten Jobs der Stadt

Im Sommer muss der Beruf von Anmkamal Uddin wirklich schön sein: Er ist den ganzen Tag an der frischen Luft. Wenn die Sonne noch scheint und es warm ist, Dann fährt Uddin gern mit seinem Fahrrad-Anhänger Urlauber durch einen der größten Parks von New York. Die Stadt liegt an der Ostküste der USA und der Park heißt Central Park (gesprochen: Zäntrell Park). Anmkamal Uddin verdient als Rikscha-Fahrer sein Geld.


Sein Gesicht kann er nicht schützen


Jetzt aber sind es in New York bibberkalte -13 Grad Celsius. Die Hände sind starr, die Augen tränen und das Atmen tut weh: Fahrradfahren bei eisigen Temperaturen macht keinen Spaß. Anmkamal Uddin macht es trotzdem jeden Tag. Derzeit will jedoch niemand in seinen Fahrrad-Anhänger steigen. Uddin will die Hoffnung trotzdem nicht aufgeben. „Wenn jemand doch noch Lust bekommen sollte, dann bin ich da“.

Der 58-Jährige sitzt auf seinem Fahrrad und trinkt heißen Tee aus seiner Thermoskanne. Die Kälte macht ihm zu schaffen. Obwohl er sich eigentlich vorbereitet hat: Er trägt besonders warme Unterwäsche, zwei Jacken, einen Schal, eine Mütze, wasserdichte Handschuhe und Gummistiefel.

Sein Gesicht kann er allerdings nur schwer vor der Kälte schützen. „Ich will während der Fahrt mit meinen Kunden reden.“ Er fährt mit ihnen Orte im Park ab, wo bekannte Filme gedreht worden sind.


Die Kinder sollen es einmal besser haben


Außerdem will er sich kein Tuch vors Gesicht binden, damit er nicht wie ein Bankräuber aussieht. Das könnte die Kundschaft abschrecken, sagt er. „Nach ein paar Stunden fühlt sich die Haut deshalb so an, als wäre sie eingefroren.“

Seit etwa einem Jahr arbeitet Uddin schon als Fahrradfahrer im Central Park. Obwohl er bei schönem Wetter gern durch den Park radelt, macht ihm der Job insgesamt trotzdem nicht so viel Spaß. „Für mich ist das anstrengend. Für junge Leute ist das eine gute Arbeit, ich bin alt. Ich halte das nicht so lange aus und ich bin nie viel Fahrrad in meinem Leben gefahren. Aber ich brauche das Geld.“ Mit dem Geld muss Uddin seine Wohnung bezahlen. Einen Teil will er auch für die Ausbildung seiner beiden Kinder beiseitelegen. Sie sollen bei eisiger Kälte nicht mehr draußen arbeiten müssen – so wie ihr Vater.

zur Startseite

von
erstellt am 09.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen