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Interview : Ohne Eltern auf der Flucht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele Menschen aus Syrien und dem Irak fliehen vor Krieg. Wir haben mit einem 15-jährigen Mädchen gesprochen.

Alia hat eigentlich einen anderen Namen. Sie möchte ihn aber nicht nennen. Auch fotografiert werden möchte das Mädchen nicht. Alia ist 15 Jahre alt und hat Angst. Sie ist aus ihrer Heimat geflohen – ohne ihre Eltern. Eigentlich kommt sie aus Syrien. Doch seit sechs Wochen ist sie in Deutschland. Sie besucht eine besondere Klasse, um Deutsch zu lernen. Autorin Christina Sticht erzählte Alia, was sie auf ihrer Flucht erlebt hat und was sie sich für die Zukunft wünscht.

Warum hast du deine Heimat verlassen?

Alia: Mit meinen Eltern und drei Schwestern bin ich vor dem Krieg in Syrien in die Türkei geflohen. Seit einem Jahr arbeitet meine Familie in Istanbul in einer Schneiderei, auch Kinder müssen dort arbeiten. Das Leben in der Türkei ist schwierig. Deshalb hat meine Mutter vorgeschlagen, dass ich die Flucht nach Deutschland versuche.

Was hast du auf deiner Flucht erlebt?

Ich war allein, nur ein Nachbar war dabei. Wir wurden an der türkischen Küste zu 45 Leuten in ein Schlauchboot gesetzt. Eigentlich sollten wir in fünf Stunden auf der griechischen Insel Kos sein. Doch dann war der Motor kaputt. Ich hatte große Angst. Ich habe ein ertrunkenes Kind gesehen. Das habe ich immer noch im Kopf, und es macht mich sehr traurig.

Dann sind wir zu Fuß weiter und haben oft draußen auf dem Boden geschlafen.

Was machst du, wenn du Sehnsucht nach deiner Familie hast?

Ich habe ein Tagebuch, da schreibe ich rein. Deutschland ist schön, aber ohne meine Familie ist es nicht schön. Zum Glück kann ich jeden Tag mit meinen Eltern telefonieren.

Was wünscht du dir für die Zukunft?

Ich wünsche, dass meine Familie auch bald nach Deutschland kommen kann. Ich möchte lernen und studieren. Außerdem hoffe ich, dass die Lage in Syrien besser wird. Wenn kein Krieg mehr ist, würde ich gerne zurückgehen.

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