Das Thema : Neue Heimat, neues Fest

Vater Adnan und seine Tochter Hanan: Hanan freut sich schon auf Weihnachten.
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Vater Adnan und seine Tochter Hanan: Hanan freut sich schon auf Weihnachten.

Jesidische Kinder feiern Weihnachten in Deutschland / Ihre Familie musste aus dem Irak fliehen

svz.de von
22. Dezember 2014, 20:58 Uhr

Ohne Christbaum, Geschenke und Plätzchen geht an Weihnachten gar nichts. Das finden die meisten Menschen in Deutschland. Auch Razya und ihre fünf Geschwister freuen sich schon auf den 24. Dezember. Dabei kannten sie Weihnachten vor ein paar Jahren noch gar nicht. Denn die Familie kommt aus der Stadt Mossul. Diese liegt im Irak, einem Land im Westen des Kontinents Asien.

Razya und ihre Familie glauben nicht an Christus. Sie gehören einer anderen Religion an: Sie sind Jesiden. Doch in ihrer Heimat konnten sie nicht bleiben. Sie wurden dort schlecht behandelt. Deshalb flohen sie nach Deutschland und leben nun in der Nähe von München. „Im Irak haben wir kein Weihnachten gefeiert“, erklärt Razya.

Letztes Jahr feierten sie Heiligabend zum ersten Mal – und sie waren begeistert. „Wir haben deutsches Essen gekocht“, erinnert sich die 13-Jährige. Dazu luden sie Freunde und Verwandte in das kleine Haus, das sie sich mit einer anderen Flüchtlingsfamilie teilen. „Es war total cool“, schwärmt der 8-jährige Hussein. Und die 10 Jahre alte Dalal findet: „Uns gefällt besonders der Weihnachtsbaum. Und die Geschenke.“ Die 7-jährige Natalya träumt von einer Puppe. „Und ich wünsche mir eine große Kasse voll Schmuck“, sagt Hanan.

Für Razya ist noch etwas anderes wichtig. Sie ist froh, dass sie in Deutschland in die Schule gehen kann. „Ich freue mich total, dass ich hier bin“, sagt die 13-Jährige. Gerade an Feiertagen vermisst sie trotzdem ihre Freunde und Verwandten, die im Irak geblieben sind. Dort, wo die Familie früher ein eigenes Haus mit neun Zimmern hatte. Razyas größter Wunsch ist nicht mit Geld zu kaufen: „Ich hoffe, dass alles wieder gut wird!“

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