Religion : Nach dem Fasten wird gefeiert

Hasan (vier Jahre) und Bahar (sieben Jahre)  freuen sich auf das Zuckerfest.
Hasan (vier Jahre) und Bahar (sieben Jahre) freuen sich auf das Zuckerfest.

Die Muslime bilden die zweitgrößte Religionsgemeinschaft auf der Welt und feiern heute das Ramadanfest

svz.de von
28. Juli 2014, 13:12 Uhr

„Wenn Zuckerfest ist, küsse ich meinen Eltern und allen anderen, die älter sind als ich die Hände“, sagt Hasan. Hasan ist vier Jahre alt und freut sich gemeinsam mit seiner Schwester Bahar, die sieben Jahre alt ist, auf das Ramadanfest.

Das Ramadanfest ist eines der größten Feste der Muslime und wird auch Zuckerfest genannt. Früher gingen nach dem Ende der Fastenzeit die Kinder von Haustür zu Haustür, küssten den Erwachsenen die Hände und wurden dafür mit Süßigkeiten beschenkt. 40 Tage lang haben Muslime gefastet und feiern zum Abschluss das Zuckerfest. Mit dem Fasten haben sie bewiesen, dass sie Herr über ihr inneres Verlangen sind und danken Gott dafür, den sie Allah nennen. Sie haben von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts gegessen und nichts getrunken. Hasan und Bahar sind zwar noch zu jung für das Fasten, aber sie dürfen selbstverständlich mitfeiern.

Sie haben zum Fest neue Kleidung und Schuhe bekommen und freuen sich, dass sie ganz viel Besuch bekommen werden. „Die Geschwister meiner Mutter kommen zu uns, weil unsere Mutter die älteste der Geschwister ist“, sagt Bahar. Sie werden ihnen Süßigkeiten anbieten und von ihnen Geschenke bekommen. „Meine Mutter hat ganz viel für uns alle gekocht und hat gestern den ganzen Tag die Wohnung geputzt“, sagen beide Geschwister. Am Festtag soll die Wohnung blitzen. Hasan isst gerne Icli Köfte. Das sind Bulgurbouletten mit einer Hackfleischfüllung, Bahar mag lieber Kisir. Kisir wird auch mit Bulgur, Tomaten, Zwiebeln und Gewürzen zubereitet und in Salatblätter gehüllt aus der Hand gegessen. Das schmeckt sehr lecker, wie auch Börek, die geschichteten Teigblätter mit Füllung.

Ihre Mutter hat für heute einen Tag Urlaub genommen. Auch ihr Vater wird dieses Jahr drei Tage lang mit ihnen gemeinsam das Fest feiern können, weil er von seinem Arbeitgeber dieses Jahr Urlaub bekommen hat. Bereits früh am Morgen zum Sonnenaufgang ging er zum Beten in die Moschee. Die Mutter deckte den Frühstückstisch und die ganze Familie wartete ungeduldig auf den Vater. Erst wenn auch er gemeinsam am Tisch sitzt, kann der Festtag feierlich beginnen. Es ist Sitte bei den Moslems, dass alle Schmollenden sich an diesem Tag wieder vertragen und keiner dem anderen mehr böse sein darf.

Es wird ein schönes Ramadanfest werden, mit viel Freude und Genuss.



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