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Junge Zeitung

24. November 2017 | 08:36 Uhr

Mückenfang für Forschung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wissenschaftler sammeln diese Insekten / Dabei lassen sie sich auch von normalen Leuten helfen

Bsssss. Bsssss. Ha, eine Mücke! Die surrt und sticht. Doch es gibt Menschen, die Stechmücken spannend finden und sie untersuchen. Wissenschaftlerin Doreen Werner gehört zu ihnen. Sie will mit ihrem Team herausfinden: Wo leben in Deutschland welche Mücken-Arten?

Vor ein paar Jahren brach in Deutschland nämlich eine Krankheit unter Rindern aus. Sie wird von einer bestimmten Stechmücken-Art übertragen. Diese Art gab es aber in Deutschland eigentlich gar nicht. Deshalb stellten sich die Forscher die Frage: Wie kann das sein? Verbreiten sich bei uns gerade Mücken, die aus anderen Ländern eingeschleppt worden sind und die Krankheit übertragen?

Um diese Frage zu beantworten, ziehen Doreen Werner und ihr Team durch die Gegend. Sie fangen die Insekten mit speziellen Fallen. Doch auch normale Leute jagen Mücken – und schicken sie den Forschern zu. „Mit den Mücken der Bürger bekommen wir viel mehr Daten zusammen – das ist eine riesige Hilfe für uns“, erklärt die Wissenschaftlerin. So ein Projekt, bei dem Hobby-Forscher Wissenschaftlern helfen, nennt man Citizen-Science-Projekt (gesprochen: Sitisän-Seiänz-Projekt). Citizen Science bedeutet auf Deutsch Bürger-Wissenschaft. Das Mücken-Projekt, bei dem man mitmachen kann, heißt „Mückenatlas“.

Doreen Werner findet es toll, wie viel Mühe sich die Leute beim Fangen geben: „Manche sind richtig ehrgeizig und schicken uns gleich mehrere Mücken.“ Die kleinen Insekten kommen fast immer gut erhalten in kleinen Bechern oder Pappschachteln bei ihr an. Das ist für die Wissenschaftlerin wichtig.

Die eingeschickten Mücken schaut sich Doreen Werner nämlich unter dem Mikroskop an. So bestimmt sie die Art der Tiere. Dann erstellen die Forscher Landkarten, in denen steht, wo welche Mücken leben.

Nach dem Untersuchen landen alle Mücken in Kästen mit Glasdeckeln. In den Kästen werden die Tiere aufbewahrt – fein säuberlich beschriftet. So steht da, um welche Art es sich handelt und wo die Mücke gefangen wurde.

Damit die Insekten lange erhalten bleiben, stehen die Kästen in langen Regalen in einem trockenen Raum. Ein bisschen wie im Museum. Surren und stechen können die Mücken dann natürlich nicht mehr.

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