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Tiere : Mücke gefährlicher als Tiger

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Menschenfresser mit Zahnfleischschwund: Tiger, Löwen oder Krokodile greifen nur in der Not Menschen an

In Indien soll eine Tigerin in nur sieben Jahren 436 Menschen gefressen haben. Das ist etwa 100 Jahre her. Die Menschen damals hatten große Angst vor der Bestie und holten sich einen berühmten Großwildjäger namens Jim Corbett zu Hilfe. Der jagte das Tier und konnte es erlegen. Als er es untersuchte, stellte er fest, dass die Reißzähne stark beschädigt waren. Wahrscheinlich aufgrund eines Schusses, der das Gebiss zerstört hatte. Die Tigerin konnte keine Gazellen und Antilopen mehr jagen, weil sie Zahnschmerzen hatte. Darum ging sie auf Menschen los. Die waren leichter zu erlegen und hatten kein so zähes Fell.

Das ist ganz typisch für „Menschenfresser“. Die meisten Tiere versuchen so gut es geht, Menschen aus dem Weg zu gehen. Das ist für sie sicherer. Nur, wenn sie nicht anders können, geschwächt sind, oder aus irgendeinem Grund die Angst vor Menschen verloren haben, greifen sie an. So wird von Löwen berichtet, die über Afrikaner herfielen, weil sie zu alt zum Jagen, oder durch einen Schuss verletzt waren. In Indien gab es einen Leoparden, der 125 Menschen getötet hat und sogar Türen öffnen konnte. Als er erschossen wurde, sah man, dass auch er an Zahnfleischschwund litt. Und Gustave, das gefährlichste Krokodil der Welt, das 300 Menschen gefressen haben soll, wurde regelrecht angefüttert. Weil in der Demokratischen Republik Kongo Bürgerkrieg herrschte und die Leichen nicht beerdigt wurden, sondern einfach in den Fluss geworfen, gewöhnte sich das Krokodil an das zarte Menschenfleisch.

Tiere sind nicht böse. Sie tun den Menschen nichts. Es sei denn, sie werden in die Enge getrieben. Dann kann es schon mal gefährlich werden. Darum sollte man immer Abstand halten.

Viel gefährlicher als Löwen, Tiger oder Krokodile übrigens sind kleine Mücken. Spitzenreiter ist die in den Tropen lebende Anophelesmücke. Jedes Jahr stirbt eine Million Menschen nach ihrem Stich. Das Insekt überträgt nämlich die gefährliche Krankheit Malaria. 40 000 Menschen kommen jährlich durch Schlangenbisse zu Tode.

Tiger, Löwe und Leopard haben dagegen jeweils gerade mal 50 bis 200 Opfer auf dem Gewissen. Hört sich nach viel an. Bedenkt man aber, dass jährlich 1000 Menschen an einem Wespenstich sterben, relativiert sich das. Und wer hätte schon geglaubt, dass im Durchschnitt 160 Menschen im Jahr sterben, weil sie von einer herabfallenden Kokosnuss erschlagen werden?





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