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Junge Zeitung

11. Dezember 2017 | 14:30 Uhr

Mit Schwung übers Eis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Für diesen Sport braucht man keine Waffen, auch wenn es ein bisschen so klingt: das Eisstock-Schießen

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Vor, zurück, vor und noch mal zurück. Immer wieder schwingt Chris mit dem rechten Arm vor und zurück. In der Hand hält er einen Eisstock. Irgendwann macht er einen großen Schritt nach vorne und lässt los: Der Eisstock saust durch die Eishalle. Über zwanzig Meter. Dann bleibt er liegen, direkt im Zielfeld. Und zwar neben einem runden, schwarzen Gummistück, das aussieht wie ein Puck beim Eishockey. „Sauber“, sagt sein Trainer.


Sieger wird der genaueste Schütze


Der Sport, den Chris, Matthias und Markus ein bis zwei Mal pro Woche üben, heißt Eisstock-Schießen. Die drei sind bei einem Verein in Ebersberg. Das liegt im Bundesland Bayern. Dort ist Eisstock-Schießen eine beliebte Sportart. „Mein Bruder ist zum Beispiel auch bei den Eisstock-Schützen – so bin ich auch dazu gekommen“, sagt Matthias.

Seit etwa einem Jahr sind er, Markus und Chris bei den Eisstock-Schützen. Bei Wettbewerben treten sie als Team an. Die Spielregeln klingen erst mal einfach. „Es geht darum, den Eisstock möglichst nah an die Daube zu bekommen“, sagt Matthias. Die Daube ist das runde Ding aus schwarzem Gummi, das mitten im Zielfeld liegt. Zwei Teams dürfen abwechselnd schießen. Sie versuchen auch, die Stöcke der Gegner aus dem Feld zu räumen. Denn: Wessen Stock zum Schluss am nächsten an der Daube liegt, der bekommt die meisten Punkte.

Damit das klappt, muss man viel üben. Denn so ein Eisstock rutscht auf dem Eis leicht weg. Der Stock darf also nicht zu viel Schwung bekommen. „Zu wenig ist aber auch nichts – sonst bleibt er vor dem Zielfeld stehen“, sagt der Trainer. Wie man dem Eisstock den richtigen Schwung verpasst, üben die drei Schützen jede Woche. Dazu fahren sie in eine Eishalle. „Da ist das Eis meistens besser als draußen auf einem See“, sagt Matthias.


Optimale Bedingungen in der Halle


In der Halle wird das Eis extra bearbeitet. Ein kleiner Wagen fährt mit einem Gerät über die Eisfläche. Bis die ganze Oberfläche viele kleine Rillen hat. „Wenn das Eis spiegelglatt wäre, dann würden die Eisstöcke viel zu weit rutschen“, erklärt der Trainer. Und das soll nicht passieren. Zumindest nicht bei einem Team-Wettbewerb. „Etwas anderes ist das beim Weiten-Wettbewerb“, sagt der Trainer. Da spielt jeder Schütze für sich. Sieger wird nicht der genaueste Schütze. Sondern der, der den Stock am weitesten schießen kann. „Eine Eishalle würde da nicht ausreichen“, sagt der Trainer. Denn so ein Eisstock kann auch mehrere Hundert Meter weit übers Eis schlittern.

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