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Gesundheit : Mit der Spritze gegen Husten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Laura hat eine Allergie / Ihre Behandlung zur Hypo-Sensibilisierung dauert mindestens drei Jahre

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 17:47 Uhr

Laura ist ein bisschen aufgeregt. Zur Verstärkung hat sie ihre Mutter und ihren Teddy mitgebracht. Die Achtjährige kennt sich bereits aus in der Praxis von Ärztin Antje Pizzulli. Denn sie ist nun schon zum fünften Mal hier: Einmal in der Woche bekommt Laura eine Spritze. Sie soll gegen ihre Allergie helfen. Angefangen hat alles im Frühling dieses Jahres. Draußen an der Luft bekam Laura plötzlich rote Augen. „Oder wenn ich gerannt bin, habe ich nur noch schlecht Luft gekriegt“, erzählt sie, „und ich musste die ganze Zeit husten.“

Besonders in der Schule hat das genervt: „Wenn ich gerade geschrieben habe und husten musste, hat das immer alles verruckelt.“ Ihre Mutter hatte früher als Kind dieselben Probleme. Deswegen wusste sie schnell, was Laura hat: eine Allergie. Bei einer Allergie reagiert der Körper auf Stoffe, die eigentlich harmlos sind. Der Körper verhält sich so, als wären diese Stoffe gefährlich. Allergiker husten dann zum Beispiel, haben Schnupfen oder ihre Haut wird rot. Mit einem Test haben Ärzte schnell herausgefunden, auf welche Stoffe Lauras Körper so stark reagiert: die Pollen von bestimmten Bäumen.

Deswegen erhält Laura eine Spritze. In der Spritze ist ein Mittel aus den Pollen, gegen die Laura allergisch ist. Jede Woche wird Laura ein wenig mehr von dem Mittel gespritzt. So soll sich ihr Körper an die Pollen gewöhnen.

Schon verrückt: Wenn Laura die Pollen einatmet, fängt sie an zu husten. Wenn man ihr den Blütenstaub mit der Spritze verabreicht, merkt sie nichts. Die Hoffnung ist, dass sich Lauras Körper irgendwann an die Pollen gewöhnt. So gut, dass er nicht mehr darauf reagiert, wenn Laura sie einatmet. So etwas nennen Fachleute: Hypo-Sensibilisierung.

Lauras Behandlung dauert mindestens drei Jahre. Die Arzthelferin füllt nun die helle Flüssigkeit in die Spritze und Laura krempelt sich die Ärmel hoch. „Manchmal tut die Spritze weh, manchmal auch nicht“, sagt Laura. Die Ärztin hockt sich neben sie und setzt die Spritze an Lauras Arm. „Es pikst nur kurz“, sagt die Ärztin. Laura drückt kurz ihren Teddy, dann ist schon alles vorbei. Eine halbe Stunde muss sie noch in der Praxis warten, falls ihr Körper komisch auf die Spritze reagiert. Zum Beispiel könnte ihr Arm anschwellen. Zum Glück passiert so etwas selten. Bei Laura ist das noch nie vorgekommen. Langweilig wird ihr beim Warten nicht: „Ich mache dann einfach Englisch-Hausaufgaben.“

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