Das Thema : Maus knabbert an der Sonne

Wer die Sonnenfinsternis beobachten will, muss seine Augen unbedingt schützen.
Wer die Sonnenfinsternis beobachten will, muss seine Augen unbedingt schützen.

So sieht die Sonnenfinsternis aus, die mit etwas Wetterglück am Freitag zu beobachten ist

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17. März 2015, 23:05 Uhr

Am Freitag um etwa 9.30 Uhr geht es bei uns los: „Dann wird die Sonne für einen Moment so aussehen, als hätte eine Maus sie angeknabbert“, sagt Experte Hans-Ulrich Keller. Sie wird immer dunkler, bis es schließlich so scheint, als hätte sie nur noch die Form des Buchstaben C. Danach vergrößert sich die Sonne wieder – und nach etwas mehr als zwei Stunden ist sie wieder wie vorher.

Was da am Freitag los ist? Eine Sonnenfinsternis! Das ist ein besonderes Schauspiel am Himmel. So ein Spektakel ist von Deutschland aus nur selten zu sehen. Die nächste Sonnenfinsternis können wir hier erst wieder im Jahr 2021 beobachten – in ungefähr sechs Jahren.

„Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond zwischen Sonne und Erde“, erklärt der Fachmann. Der Mond kreist um die Erde, die Erde wiederum um die Sonne. Ab und zu kommt es darum vor, dass alle drei Himmelskörper im Weltall in einer Linie stehen. Steckt der Mond zwischen Sonne und Erde, verdeckt er uns für einen kurzen Moment den Blick zur Sonne. Sie wirkt dann finster. Bei manchen Sonnenfinsternissen scheint die Sonne komplett verschwunden. Nur ein heller Ring strahlt noch um den dunklen Kreis herum. Am Freitag jedoch wird der Mond von uns aus gesehen nur ein Stück der Sonne verdecken. Das kann man gut beobachten, wenn der Himmel nicht bedeckt ist.

Dass wir so eine Sonnenfinsternis überhaupt sehen können, ist einem besonderen Zufall zu verdanken. Denn eigentlich ist der Mond ja viel kleiner als die Sonne – genau 400 Mal. Würde man die beiden direkt nebeneinanderlegen, wäre der Mond also nur ein winziger Punkt neben der riesigen Sonne.

„Doch der Mond ist auch genau 400 Mal näher an der Erde als die Sonne“, sagt Hans-Ulrich Keller. Deshalb sehen für uns Erdbewohner Sonne und Mond wie zwei gleich große Scheiben aus – und so kann die eine auch die andere verdecken.

Extra

Keine Sofi ohne Spezialbrille

Viele Menschen freuen sich schon auf die Sofi (kurz für Sonnenfinsternis). Doch wer sie beobachten will, muss seine Augen schützen. „Man darf bei der Sonnenfinsternis auf gar keinen Fall ohne Schutz in die Sonne sehen“, sagt Experte Hans-Ulrich Keller. Das helle Licht der Sonne würde die Augen schwer verletzen, selbst wenn Wolken an der Sonne vorbeiziehen. Es kann sogar passieren, dass man danach nicht mehr richtig sieht. Darum sollte man sich zur Sofi unbedingt eine Spezialbrille besorgen. Diese Brillen gibt es in vielen Brillen-Geschäften. Sie sind meist nicht teuer. Manche kosten nur rund 3 Euro. Viele bestellen sich solche Sonnensichtbrillen auch im Internet. Zur Sofi am Freitag besuchen viele Leute eine Sternwarte. Dort kann man etwa mit speziellen Fernrohren die Sofi besonders groß sehen. Oft statten die Sternwarten ihre Fernrohre dann auch mit Folien aus, die die Augen schützen. Eine Liste von Sternwarten in Deutschland gibt es hier: www.zvsd.org/Verzeichnis-Planetarien-Sternwarten.

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