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Junge Zeitung

20. Oktober 2017 | 12:55 Uhr

Schule : Mathe mit Frühstück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Malawi gingen viele Kinder hungrig zur Schule – doch dann kam die Idee mit dem Super-Brei...

Das Frühstück für die Schulkinder kommt mit einem Boot. Es schippert über einen großen See in dem afrikanischen Land Malawi. Am Ufer angekommen, werfen sich ein paar Männer große Säcke über die Schultern. Darin steckt hellgelbes Pulver.

Das Pulver soll dafür sorgen, dass Hunderte Schulkinder in dem Dorf Zambo nicht mehr mit knurrendem Magen lernen müssen. Doch erst mal muss aus dem Pulver ein richtiges Frühstück werden. Dafür wuchten einige Frauen frühmorgens große Töpfe auf die Kochstellen. Schon bald blubbert dort cremiger Brei. Es riecht nach Mais und Soja.

In der Nähe versucht Hanna, sich auf die Rechenaufgabe an der Tafel zu konzentrieren. Die Schülerin ist zehn Jahre alt. Mathe ist ihr Lieblingsfach. Doch jetzt ist sie abgelenkt! Der Unterricht findet heute draußen unter dem großen Mangobaum statt.

Von dort hat Hanna die Küche gut im Blick. Zuerst sind immer die Jüngsten mit Frühstück dran. Hanna ist im zweiten Schuljahr. So etwas wie Frühstück kannte sie bis vor Kurzem gar nicht.„Es gab für die Kinder morgens nur Tee“, erzählt ihre Mutter. Erst am Nachmittag wurde die erste Mahlzeit gekocht, meist nur Nsima. So heißt der typische Maisbrei in Malawi.

Nsima alleine ist aber nicht sehr nahrhaft. „Manchmal essen wir ein paar kleine Fische zum Nsima“, sagt Hanna. Ihr Vater ist Fischer, aber er verkauft so viel wie möglich von seinem Fang auf dem Markt.

Es gebe heute nicht mehr so viele Fische im See, sagt er. „Und manchmal haben wir Hunger.“ Hunger ist ein großes Problem in Malawi. Das Land gehört zu den ärmsten in Afrika. Vor allem die Kinder leiden darunter. Das Lernen fällt ihnen schwer.

Das wollte ein Schulpolitiker aus Malawi ändern. Zusammen mit Fachleuten hatte er die Frühstücks-Idee: Etwa ein Jahr lang bekommen Schulen das hellgelbe Pulver. Es ist ein ganz bestimmtes Mehl aus Mais, Soja und vielen Vitaminen.

Nebenbei legen alle zusammen Schulgärten an und pflanzen dort Süßkartoffeln, Tomaten, Kohl oder Bohnen. Damit die Kinder auch satt werden, wenn das Hilfsprogramm endet.

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