Tiere : Luftbrücke für flinke Nager

Foto mit Plüschtier: Über das Seil können jetzt echte Eichhörnchen gefahrlos die breite Straße in Berlin überqueren.
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Foto mit Plüschtier: Über das Seil können jetzt echte Eichhörnchen gefahrlos die breite Straße in Berlin überqueren.

In Berlin haben Tierschützer ein Kletterseil für Eichhörnchen über eine Straße gespannt

svz.de von
10. März 2014, 13:48 Uhr

Da Straßen für Eichhörnchen ein unbekanntes Pflaster sind, werden sie immer wieder von Autos überfahren. In Berlin wird den Nagern nun geholfen. Am Müggelseedamm stehen die Bäume weit auseinander. Klar, dass viele Tiere beim Überqueren des Asphalts starben. Der Verein „Aktion Tier“ kaufte ein stabiles Seil, das über die Straße gespannt wurde. Nun können die Tiere per Luftbrücke auf die andere Seite huschen. Eine Kamera wird das Seil beobachten.

Eichhörnchen sind in Europa heimisch, obwohl es verschiedene Arten auf der ganzen Welt gibt. In Bäumen bauen sie sich Kugelnester, ihre Kobel. Sie lieben Samen und finden diese in Mischwäldern. Findet man im Wald abgenagte Zapfen, weiß man, dass hier Eichhörnchen ihren Hunger stillten. Mit scharfen Nagezähnen knacken sie dickste Nussschalen. Ihre Zähne wachsen zeitlebens und schärfen sich durch das Nagen immer nach. Eichhörnchen ernähren sich gern von Nadelbaumsamen, Haselnüssen, Bucheckern, Knospen, Früchten, Wurzelknollen, Pilzen und Insekten. Ab und zu gehören auch Vogeleier und Jungvögel zu ihrem Speiseplan.

Das Leben in der Natur ist hart, besonders im Winter. Dann sieht man sie oft am Boden nach Nahrung suchen. Versteckte Nahrungsvorräte werden aufgespürt. Für magere Zeiten legen sich die Tiere viele Vorratslager an, verstecken Nüsse und Eicheln, merken sich aber meistens die Stellen nicht. So kommt es, dass Eichhörnchen diese oft nicht wieder finden. Im folgenden Jahr kann dort ein neuer Baum wachsen.

Sie halten keinen echten Winterschlaf, sondern nur längere Ruhephasen. Dazwischen müssen sie aufstehen und nach Nahrung suchen. Die Winterruhe ist jedoch günstig, da ihr Energiebedarf sehr eingeschränkt ist. Ihr Herz schlägt nicht so häufig wie im Sommer und die Körpertemperatur ist abgesenkt. So können sie die kalte Jahreszeit besser überstehen. Ist es im Winter zu kalt, schneit es heftig, können sie auch einige Tage im Nest verharren.

Ihr Körperbau ist sehr gut an das Leben im Baum angepasst. Sie können geschickt klettern und springen, wobei ihnen der buschige Schwanz als Steuerruder hilft. Er ist fast so lang wie der ganze Körper des Tieres. Die Fellbüschel an den Ohren werden im Winter länger, auch sind die Fußsohlen dann wegen der Kälte mit Haaren bewachsen. Sie können bis zu zwölf Jahre alt werden, jedoch schaffen sie es in der Natur selten, das Alter zu erreichen. Ihre Feinde sind die Greifvögel, ebenso müssen sie sich vor Baummardern in Acht nehmen.

Das Weibchen bekommt zwei bis fünf nackte, blinde Junge. Diese werden von der Mutter versorgt und verlassen das Nest schon einen Monat später. Viele Jungtiere erreichen das erste Lebensjahr nicht, weil sie ihren Feinden zum Opfer fallen. Hoffen wir, dass solche Luftbrücken für Nager in vielen Städten errichtet werden.


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