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Natur : Lecker, giftig und so wichtig!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Manche Pilze sind essbar, andere gefährlich / Ohne sie hätten wir keine Wälder und Wiesen mehr

Die meiste Zeit des Jahres sind sie nicht zu sehen, doch ab dem Spätsommer schießen sie aus dem Boden, die leckeren Steinpilze, Champignons und Pfifferlinge und viele andere. Doch sollte man immer nur die Pilze sammeln, die man genau kennt. Einige können wir essen, manche sind ungenießbar, wieder andere sind sehr giftig. Wer unsicher ist, kann die gesammelten Schätze bei einer Pilzberatungsstelle untersuchen lassen. Adressen bekommt man bei den Gesundheitsämtern.

Lange dachte man, dass Pilze zu den Pflanzen gehören, da sie wie Pflanzen aus dem Boden wachsen. Doch heute weiß man, dass sie in der Welt der Lebewesen ein ganz eigenes Reich bilden. Somit gibt es das Pflanzenreich, das Tierreich und das besondere Pilzreich. Denn Pflanzen benötigen Licht, um dann aus Wasser, Luft und Nährstoffen den für sie notwendigen Zucker herzustellen. Das nennt man Photosynthese.

Pilze können den grünen Blattfarbstoff, das Chlorophyll, nicht selber herstellen. Sie haben kein Blattgrün, sie kommen ohne Tageslicht aus und ernähren sich von Stoffen, die andere Lebewesen hergestellt haben. Hier ist die Ähnlichkeit zum Tierreich. Denn auch Tiere brauchen organische Nahrung. Also Nahrung, die selbst schon einmal gelebt hat. Dieses tote organische Material zersetzen sie, um die Stoffe für ihren Aufbau zu nutzen. Deshalb nennt man sie auch Zersetzer.

Weil sie genau wie die Würmer, Insekten und Bakterien, die auch Zersetzer sind, die Ausscheidungen der Tiere, die abgestorbenen Pflanzenteile und auch tote Tiere zu einfachen Stoffen abbauen und diese dann der Natur als Nahrung wieder zuführen, haben sie eine enorm wichtige Rolle in unserer Umwelt. Ohne Pilzpartner wären die meisten Pflanzen in unserer Natur zum Sterben verurteilt. Sie bekämen einfach nicht genug Nahrung.

Denn das, was wir sammeln und essen, ist gar nicht der ganze Pilz, sondern nur ein kleiner Teil davon, der Fruchtkörper. Der Pilz ist ein Geflecht aus feinen Fäden unter der Erde. Man nennt es Myzel. Dieses breitet sich sehr weiträumig aus und versorgt durch die feinen Fäden die Wurzeln der Bäume und Sträucher. Die Teile, die wir oberirdisch sehen können, benötigt der Pilz zur Fortpflanzung. Sie vermehren sich durch Sporen, die in den Lamellen der Fruchtkörper gebildet werden. Wenn ein Pilz reif wird, wölbt sich ein Hut nach oben und die Sporen werden frei gesetzt. Niemals sollte man so einen Pilzhut zerstören. Ohne Pilze hätten wir keine Wälder mehr und keine Wiesen.

Wenn wir Pilze sammeln gehen, dann schneiden wir vorsichtig nur den Fruchtkörper ab. Der Pilz unter der Erde wird dadurch nicht geschädigt.


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