Wissen : Lebt das Tier?

Tierpräparator Jürgen Fiebig hat sich auf Vögel spezialisiert.  Fotos: Karlotta Ehrenberg
1 von 2
Tierpräparator Jürgen Fiebig hat sich auf Vögel spezialisiert. Fotos: Karlotta Ehrenberg

Präparatoren machen tote Tiere haltbar.

svz.de von
18. September 2015, 14:54 Uhr

Die Tiere, die in Jürgen Fiebigs Werkstatt auf Tisch und Regalen hocken, sehen quicklebendig aus. Aber sie sind es nicht. Jürgen Fiebig hat diese toten Tiere haltbar gemacht, also präpariert. Er ist Zoologischer Präparator von Beruf. Er arbeitet in einem großen Museum in Berlin. Karlotta Ehrenberg hat ihn gefragt, was er so macht.

Was ist die Aufgabe eines Präparators?

Jürgen Fiebig: Wir Museums-Präparatoren sind einerseits dafür zuständig, Tiere nach ihrem Tod dauerhaft haltbar zu machen. So kann man sie für die Forschung aufbewahren. Viele dieser Präparate landen also in Schubfächern oder Einmachgläsern. Der andere Teil unserer Arbeit besteht in der Gestaltung der Tiere, um sie in Ausstellungen zu präsentieren. Dafür stellen wir das tote Tier so her, dass es wieder lebendig aussieht.

Können Sie die Arbeitsschritte erklären?

Normalerweise wird die Tierhaut samt Fell, Schuppen oder Federkleid abgenommen. Die Haut wird gegerbt und damit haltbar gemacht. Dann wird ein künstlicher Körper aus Gips oder Kunststoff geschaffen. Auf den wird die Haut geklebt. Dann muss man die Schnittstellen noch vernähen und teilweise mit Farbe besprühen.

Viele der Tiere sehen aus, als würden sie sich bewegen....

Ein Präparator versucht, das Tier in einer Haltung darzustellen, die für die Art besonders typisch ist. Bevor ich ein Tier präpariere, gehe ich oft erst einmal in einen Zoo und schaue, wie sich ein Tier natürlicherweise bewegt und verhält.

Deswegen gehen Präparatoren auch häufig auf Expeditionsreise...

Ja, noch besser ist es natürlich, die Tiere in freier Natur zu erleben. Außerdem müssen wir eine Idee von ihrem natürlichen Lebensraum haben. Wenn wir eine Ausstellung bauen, sind wir ja auch für die Gestaltung der Umgebung zuständig. Wir stellen dafür künstliche Felsen her, machen echte Pflanzen haltbar oder bilden künstlich Pflanzen nach.Oft gruppieren wir die Präparate auch mit anderen Tieren, mit denen sie zusammenleben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen