Feuerwehr : Leben retten will gelernt sein

Joy (l.), zwölf Jahre, und Celine, elf Jahre alt,  üben schon fleißig. Freiwillige Feuerwehren brauchen immer wieder neue Freiwillige, die mitmachen. Darum freuen sie sich, wenn Kinder und Jugendliche sich für ihre Arbeit interessieren.
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Joy (l.), zwölf Jahre, und Celine, elf Jahre alt, üben schon fleißig. Freiwillige Feuerwehren brauchen immer wieder neue Freiwillige, die mitmachen. Darum freuen sie sich, wenn Kinder und Jugendliche sich für ihre Arbeit interessieren.

Einige Kinder bereiten sich schon jetzt auf spätere Einsätze vor: in der Jugendfeuerwehr

svz.de von
10. Juli 2014, 17:06 Uhr

Kabeltrommel, Warnleuchten, Axt, Motorsäge, Scheinwerfer, eine Flex, eine Spitzhacke. Was Jörg Schleifenbaum da alles aufzählt! Er steht an einem großen Fahrzeug. Darin sind all diese Geräte. Und Jörg Schleifenbaum ist noch lange nicht fertig. Ein Werkzeug nach dem anderen zieht der Mann aus der Halterung. Er zeigt die Teile und erklärt, wofür sie gebraucht werden. Da sind Keile, Spanngurte, Atemschutzgeräte, Kippdübel, Plasmaschneider.

Viele Erwachsene wissen nicht, was das alles ist. Aber um Jörg Schleifenbaum herum stehen ungefähr 20 Kinder. Sie nicken, als wäre das alles nicht neu für sie.Woher sie all diese Werkzeuge kennen? Sie sind bei der Feuerwehr!

Feuerwehrleute können Menschen retten, die in Gefahr sind. Weil ihre Einsätze gefährlich werden können, dürfen Kinder im Ernstfall noch nicht helfen. Erst mit 16 Jahren dürfen die Soltauer Jugendlichen bei einem Einsatz dabei sein.

Um sich darauf vorzubereiten, müssen sie lernen, lernen und noch einmal lernen. Das ist aber ganz anders als in der Schule! Alle Kinder tragen zum Beispiel eine dunkelblaue Feuerwehr-Uniform und einen Helm. Sie erfahren außerdem viel über technische Dinge. Die elfjährige Celine zum Beispiel sagt: „Ich konnte lernen, wie die ganzen Geräte heißen, wie die Autos heißen und wie man einen Brand löscht.“ Das Auto, aus dem Jörg Schleifenbaum die ganzen Werkzeuge hervorholt, ist ein sogenanntes Rüstfahrzeug. „Das Rüstfahrzeug ist der riesige Werkzeugkasten der Feuerwehr“, erklärt der Jugendfeuerwehrwart. Und dann geht es auch schon weiter mit der Aufzählung: Klebeband, Seitenschneider, Decken, Schraubstock, Unterlegscheiben, Säbelsäge...

Aus diesem Wagen kann Schleifenbaum wahrscheinlich einfach alles herauszaubern. Es sieht sogar so aus, als gäbe es auf dem Rüstfahrzeug einen Bonbon-Vorrat in einem durchsichtigen Spender. Jedenfalls leuchten darin kleine weiß-bunte Teilchen. Die Kinder haben sie längst entdeckt. Sie finden die bunten Dinger gerade viel spannender als Sägen und Signalgeräte.

Jörg Schleifenbaum hat die Blicke der Kinder gesehen. Er kann erraten, was sie denken: „Nein“, sagt er, „das sind keine Bonbons. Das sind bunte Ohrstöpsel.“ Die brauchen Feuerwehrleute, wenn sie mit all den lauten Werkzeugen hantierten. Aha, wieder was dazugelernt!

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