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Tierwelt : Kleine Wale vor der Küste

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Ostsee gibt es Schweinswale: Sie werden nur etwa so groß wie ein Erwachsener.

Ein Wal, der grunzt wie ein Schwein? Nee, das ist Quatsch! Ein Schweinswal grunzt nicht. Er macht andere Geräusche, während er durch die Ostsee schwimmt. Dort lebt diese kleine grau-weiße Wal-Art nämlich. „Manche Leute behaupten: Schweinswale bekamen ihren Namen, weil ihre Zunge der eines Schweins ähnelt“, sagt Wal-Forscher Jens Koblitz und lacht.

Er glaubt nicht recht daran. Der Wissenschaftler denkt, dass der Name eher einen anderen Ursprung hat: Früher gab es in der Ostsee sehr viele dieser Tiere. Sie wurden von Leuten, die dort lebten, gefangen.

Damals dienten sie den Menschen ähnlich wie Schweine als wichtige Quelle für Fett, weil sie eine dicke Speckschicht haben, erklärt Jens Koblitz. Die Tiere schützt ihre Speckschicht davor, auszukühlen.

Gemeinsam mit einigen Kollegen hat der Forscher Schweinswale in einem Gebiet der Ostsee östlich der Stadt Rostock belauscht. Dabei fanden sie heraus: Dort schwimmen nur noch ein paar Hundert Schweinswale herum.

Im Westen von Rostock dagegen leben viel mehr Schweinswale. „Das sind Tiere derselben Art. Doch sie unterscheiden sich ein kleines bisschen von denen, die wir belauscht haben“, sagt Jens Koblitz.

Die Wissenschaftler haben mehrere Jahre mit Unterwasser-Mikrofonen die Geräusche der Schweinswale aufgenommen. Die meisten davon können wir Menschen gar nicht hören. Sie sind für unsere Ohren zu hoch. Ein Schweinswal orientiert sich mit diesen Geräuschen, und er spürt Beute auf. Dafür sendet der Wal Schall-Wellen in eine Richtung. Treffen diese auf Hindernisse, kommen die Geräusche zu ihm zurück. Und er weiß zum Beispiel: Aha, dort schwimmt ein Fisch.

Wenn der Schweinswal einen Fisch gefangen hat, verschlingt er ihn mit einem Happs. „Schweinswale haben zwar Zähne. Aber sie benutzen sie nicht zum Kauen, sondern nur zum Greifen der Beute“, erklärt Jens Koblitz. In der Ostsee fängt er zum Beispiel Heringe, Makrelen und Sprotten. Eben mithilfe von sehr hohen Geräuschen – und natürlich ohne zu grunzen.

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