Zu Besuch im Märchenwald

<strong>Diesen Prinzen hat Gerd Dörflinger aus Styropor geschnitzt. </strong>Danach wurde die Figur mit einem besonderen Kunststoff-Gemisch überzogen und bemalt. Der Holz- und Steinbildhauer und sein Team fertigen alle Figuren in aufwendiger Handarbeit. <foto>P. Seeger/dpa </foto>
Diesen Prinzen hat Gerd Dörflinger aus Styropor geschnitzt. Danach wurde die Figur mit einem besonderen Kunststoff-Gemisch überzogen und bemalt. Der Holz- und Steinbildhauer und sein Team fertigen alle Figuren in aufwendiger Handarbeit. P. Seeger/dpa

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15. März 2013, 08:06 Uhr

Ob Rapunzel, das tapfere Schneiderlein oder die goldene Gans: Gerd Dörflinger schnitzt lebensgroße Märchenfiguren der Brüder Grimm. 200 Jahre nachdem die Märchen der Brüder erschienen sind, baut der Figurenschnitzer aus dem badischen Oberkirch in Deutschlands größtem Freizeitpark, dem Europa-Park in Rust bei Freiburg, mit Kollegen einen Märchenwald. Am 23. März startet der Park in die Sommersaison. Dann soll das 3000 Quadratmeter große Märchenareal unter freiem Himmel die neue Hauptattraktion sein. Insgesamt werden sechs Geschichten im verwunschenen Wald ihren Platz finden.

Gerd Dörflinger schnitzt dafür in der parkeigenen Modellbau- und Dekowerkstatt die Figuren. Nicht im Miniaturformat, sondern mindestens in Lebensgröße. "Das ist eine besondere Aufgabe", sagt der 29-Jährige. Vom tapferen Schneiderlein über Rapunzel bis hin zum Knüppel aus dem Sack aus "Tischlein deck dich": Dörflinger modelliert Figuren, formt Nasen, schnitzt Falten.

Beim Schnitzen muss er sehr auf Details achten und äußerst genau arbeiten, denn fast jeder kennt die Märchen und ihre Figuren. "Die jeweilige Gestalt sollte auf den ersten Blick identifizierbar sein." Gleichzeitig muss es aber auch Überraschungen geben. "Kinder schauen sich die Figuren meist sehr genau an. Es sollte immer etwas geben, das sie entdecken können und sie in Staunen versetzt." Doch mit dem Schauen ist es meist nicht getan. "Die Figuren müssen äußerst robust sein, weil Kinder gerne alles berühren und auch mal auf ihnen herumklettern." Das alles müssen die Figuren aushalten. Mindestens 20 Jahre, sagt der Schnitzer, sollten sie halten.

Gerd Dörflinger arbeitet unter anderem mit Holz und Styropor, mit Knete und Ton. Außerdem tragen die Märchenfiguren viel Technik in sich, damit sie die Augen drehen, winken, laufen, klettern, sprechen oder sich schütteln können. Und sie sind zum Anfassen da.

In der Werkstatt arbeiten fünf Fachkräfte, in Spitzenzeiten helfen zwei weitere Bildhauer und zwei Arbeiter mit. Gerd Dörflinger stattet den vielen Figuren, die er erschaffen hat, regelmäßig einen Besuch ab, denn neben dem Schnitzen gehören auch die Wartung und das Reparieren zu seinen Aufgaben.

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