Interessant : Woher kommt mein Name?

Unser Reporter Philipp Brandstädter hat seinen Namen untersucht.
Unser Reporter Philipp Brandstädter hat seinen Namen untersucht.

Manche Forscher versuchen, den Sinn hinter Namen herauszufinden

svz.de von
09. Mai 2017, 11:00 Uhr

Hallo, mein Name ist Philipp Brandstädter. So heiße ich schon eine ganze Weile. Seitdem ich denken kann eigentlich. Aber warum heiße ich so? Ja, na klar: Weil mich meine Eltern so genannt haben. Aber wo kommt der Name tatsächlich her?

Um das herauszufinden, habe ich Gabriele Rodriguez in Leipzig besucht. Das ist eine Stadt im Bundesland Sachsen. Gabriele Rodriguez arbeitet dort als Namensforscherin.

Manchmal brauchen Gerichte oder Ämter ihre Hilfe. Manchmal kommen auch Leute, die einfach neugierig sind. Auch ich will mehr über die Herkunft meines Namens erfahren.

„Dazu muss ich zuerst herauszufinden, aus welcher Gegend der Name stammt“, erklärt Gabriele Rodriguez. Für die Wissenschaftlerin ist die Sprache oder die Mundart wichtig, aus der ein Name kommt. „Mit dieser ersten Spur beginne ich dann, in den Büchern nachzuschlagen.“ In ihrem Büro stehen jede Menge dicke Bücher. In denen sucht sie nach alten Worten. Denn hinter ihnen versteckt sich oft die Bedeutung unserer Namen. Trotzdem findet Gabriele Rodriguez nicht immer, was sie sucht. „In Deutschland gibt es fast eine Million Familiennamen“, erklärt sie. Die Zahl hängt ein bisschen davon ab, wie man zählt. All diese Nachnamen sind längst nicht ganz erforscht. „Wenn Leute aus anderen Ländern einreisen, kommen noch mehr spannende Namen hinzu.“ Unsere Nachnamen stammen oft aus dem Mittelalter. Mehr und mehr Leute zogen damals aus den Dörfern in die Städte. Dort wurde es allmählich unübersichtlich. Viele Leute hießen einfach nur Eva, Paul oder Anna und wurden schnell mit anderen Evas, Pauls und Annas verwechselt. Also bekamen die Leute zu ihrem Vornamen noch einen Nachnamen.

Viele Leute wurden nach ihrem Beruf benannt: also Fischer, Schneider und Zimmermann. Andere Namen wiesen auf die Herkunft hin: Bayer, Hamburger und Neustädter. Manche hießen so, wie sie aussahen. Herr Klein und Frau Schön und Herr Fuchs mit den roten Haaren. Und wieder andere erhielten den Namen ihres Vaters: Werner, Herrmann, Friedrich.

Aber was ist denn nun mit meinem Namen: Philipp Brandstädter? Philipp kommt aus dem Griechischen, das habe ich schon einmal nachgelesen.

Philos heißt Freund und Hippos heißt Pferd. Ich bin also ein Pferde-Freund. „Ihr Nachname deutet auf einen Ort hin“, sagt Gabriele Rodriguez, als sie ihn in einem ihrer Bücher entdeckt. Wenn Wälder niedergebrannt wurden, um dort Siedlungen zu errichten, taufte man den Ort gern danach. Im Süden Deutschlands gibt es mehrere Brandstadts und Brandstätts. Vielleicht kommt dort mein Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater her?

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